Bachelor - Master

Seit der 1999 auf den Weg gebrachten Vereinheitlichung der europäischen Hochschulbildung unterscheidet man auch in Deutschland zwischen einem Grundstudium, das mit dem Bachelor abgeschlossen wird, und dem darauf aufbauenden Masterstudium, dessen Abschluss die Voraussetzung für eine Tätigkeit in Forschung und Lehre darstellt; auch eine Doktorarbeit kann nur schreiben, wer den Master in der Tasche hat.

 

Mehr als 90 Prozent der Studiengänge an deutschen Hochschulen und Universitäten führen inzwischen zu Bachelor und Master; lediglich bei Jura und Lehramt (1. und 2. Staatsexamen) sowie Medizin (Vorklinik, Klinik und praktisches Jahr) gelten nach wie vor die herkömmlichen Kriterien.

 

 

Bachelor:

 

Das Bachelor-Studium dauert in der Regel 6 Semester und vermittelt neben fachlichen Kenntnissen auch die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens. Darüber hinaus gehöret zu den meisten Studiengängen auch ein Praktikum: Während Fachhochschulen ihren Studenten oftmals ein Praxissemester freihalten, werden die Praktika beim Studium an einer Universität in der Regel während der Semesterferien absolviert.

Das Bachelor-Studium ist in mehrere Module unterteilt, die aus Vorlesungen, Seminaren und Übungen zu einem thematischen Komplex bestehen. Die Noten aus diesen einzelnen Veranstaltungen ergeben dann die Durchschnittsnote für das jeweilige Modul.

 

Mit dem Bachelor-Studium wurde auch ein einheitliches Punktesystem für die Benotung eingeführt: das „European Credit Transfer System“ (ECTS), womit ein Hochschulwechsel auch ins Ausland erleichtert wird. In den 6 Bachelor-Semestern müssen in der Regel 180 Punkte (Credit Points) erreicht werden, das sind 30 Punkte pro Semester. Credit Points gibt es für die Teilnahme an Vorlesungen und Seminaren, um einen Kurs erfolgreich abzuschließen, sind meist aber noch Referate oder Hausarbeiten nötig. Die Anzahl der Punkte, die unabhängig von den Noten vergeben werden, richten sich nach dem jeweiligen Arbeitsaufwand.

Den Abschluss des Studiums bildet die Bachelor-Arbeit, die je nach Studiengang zwischen 20 und 60 Seiten umfasst. Darin wird ein Thema eigenständig auf wissenschaftlicher Grundlage aufbereitet. Ein abgeschlossenes Bachelor-Studium ist der erste akademische Abschluss, der einem den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht.

 

Master:

 

Das Master-Studium baut auf dem Bachelor-Studium auf und dauert zwischen 2 und 4 Semestern. Dabei wird das wissenschaftliche Arbeiten vertieft. Dabei unterscheidet man zwischen einem konsekutiven Studium, das unmittelbar auf dem Bachelor-Studium aufbaut, und dem nichtkonsekutiven Studium mit völlig neuen Inhalten. Der Master berechtigt schließlich zur Aufnahme einer Reihe verschiedener Berufstätigkeiten in Wirtschaft und Wissenschaft sowie zur Aufnahme einer Promotion (Doktorarbeit). Neben dem erfolgreichen Besuch von Lehrveranstaltungen ist eine Abschlussarbeit (Masterarbeit) zu schreiben. Und: Der früher übliche akademische Diplom-Grad entspricht heute dem Master.

Die Benotung und die Vergabe der Leistungspunkte (Credit Points) ist übrigens identisch mit dem Bachelor-Studium. Allerdings kann es passieren, dass man im Falle eines schlechten Bachelor-Abschluss erst Gar nicht für das Masterstudium zugelassen wird – die Entscheidung über die Zugangsmodalitäten entscheidet aber jede Hochschule individuell.