Eintrittskarte zum Studium

Alle Wege führen zwar nach Rom, zum Studium sind es aber nur drei: der erste, der zweite und der dritte Bildungsweg, mit dem man das Ticket für Hochschule oder Universität lösen kann.

 

            Erster Bildungsweg

 

1.    Allgemeine Hochschulreife

Mit der allgemeinen Hochschulreife, also dem Abitur, stehen einem alle Wege offen für ein Studium an Universitäten und sämtlichen Hochschulen. Das bedeutet aber noch nicht, dass jeder alles studieren kann, besonders begehrte Fächer wie etwa Medizin sind an den deutschen Universitäten mit dem Numerus Clausus belegt. Und das bedeutet: Um für solche Studiengänge zugelassen werden, muss man einen bestimmten Notenschnitt im Abiturzeugnis aufweisen. Allerdings gilt nicht überall der gleiche Numerus Clausus für bestimmte Fächer: Meist hat jedes Bundesland seine eigenen Vorgaben, wobei Bayern aufgrund seiner Attraktivität fast überall am strengsten ist. 

 

2.    Fachhochschulreife

Die fachgebundene Hochschulreife erwirbt man nicht am Gymnasium, sondern an einer Berufs- oder Fachoberschule (BOS/FOS), an einer Fachakademie, an einigen Berufsfachschulen sowie an Berufskollegs. Mit dem dort erworbenen, im Volksmund „Fachabitur“ genannten Abschluss hat man den Zugang zu allen Fachhochschulen, aber auch zu bestimmten Studiengängen an Universitäten. Allerdings gibt es auch hier viele Fachrichtungen, die mit dem Numerus Clausus belegt sind.

 

            Zweiter Bildungsweg

 

Wer als Jugendlicher irgendwann mal keine Lust mehr auf Schule hatte, das Gymnasium abgebrochen und eine Ausbildung begonnen hat, der bereut dies als Erwachsener vielleicht eines Tages. Im Prinzip ist das kein Problem, man braucht nur genügend Motivation und Ausdauer, dann sind Abitur oder Fachabitur auch auf dem zweiten Bildungsweg zu erreichen: über Abend- oder Fernschulen oder den im TV begleiteten Telekolleg. Hat man dann seinen Abschluss geschafft, stehen einem die gleichen Wege offen wie beim ersten Bildungsweg. .

 

            Dritter Bildungsweg

 

Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, ganz ohne Hochschulreife ein Studium zu beginnen. Aufgrund der Erkenntnis, dass gewiefte Berufspraktiker sich als Studenten genauso eignen wie frisch gebackene Abiturienten, hat die Politik vor einigen Jahren auch dieser Zielgruppe den Weg an Universitäten und Hochschulen geebnet. Voraussetzung dafür ist aber der Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf, eine gewisse Berufserfahrung (was von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt wird) oder die bestandene Prüfung zum Meister, Fachwirt oder Techniker. Über den Zugang zum Studium ohne Abitur entscheidet im Einzelfall am Ende die jeweilige Hochschule.

(siehe auch Studium ohne Abitur)