Teilzeitstudium

Wer familiäre Verpflichtungen hat, bereits im Berufsleben steht oder sich aus anderen Gründen nicht voll auf ein Studium konzentrieren kann, für den bietet ein Teilzeitstudium eine Alternative, um zu einem akademischen Abschluss zu kommen. Dabei sollte man aber nicht den Fehler machen, das Teilzeitstudium mit einem Fernstudium oder einem berufsbegleitenden Studium gleich zu setzen.

Ein Teilzeitstudium ist nämlich nichts anderes als ein Präsenzstudium an einer staatlichen Universität oder Fachhochschule, das die zeitliche Streckung eines Vollzeitstudiengangs auf maximal die doppelte Anzahl an Semesters vorsieht. Und das bedeutet zum Beispiel: Bei einem Bachelor-Studium hat man 12 (statt 8) Semester Zeit bis zum Abschluss. Außerdem finden die Vorlesungen finden in der Regel unter der Woche tagsüber statt und werden nicht extra so gelegt, dass sie von Berufstätigen besser wahrgenommen werden können. 

Allerdings kann man sich einfach so aus Lust und Laune für ein Teilzeitstudium entscheiden, dafür sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen: 

  • Betreuung eines Kindes
  • Pflege/Betreuung eines nahen Angehörigen
  • Behinderung oder chronische Erkrankung
  • Berufstätigkeit mit mindestens 15 Arbeitsstunden pro Woche

Der große Vorteil eines Teilzeitstudiums ist neben der zeitlichen Streckung vor allem der Umstand, dass sich das Studium durch eine begleitende Berufstätigkeit leichter finanzieren lässt.

Allerdings gibt es auch einige gravierende Nachteile. Dazu zählt etwa der Wegfall des Studentenprivilegs, der ausschließlich Vollzeitstudenten zusteht und günstigere Tarife in der Krankenversicherung sowie niedrigere Sozialabgaben (bei einer Tätigkeit als Werkstudent) vorsieht. Darüber hinaus haben Teilzeitstudenten keinen Anspruch auf BAföG, dafür stehen ihnen Wohngeld oder Hartz IV zu. Jedoch werden diese beiden Sozialleistungen für den gesamten Haushalt berechnet. Und das bedeutet: Das Einkommen des Partners spielt ebenfalls eine Rolle, auch wenn man nicht verheiratet ist.