Schäftemacher (m/w/d)
Ausbildung als Schäftemacher
Maßschuhmacher und Maßschuhmacherinnen der Fachrichtung Schaftbau sind spezialisiert auf die Herstellung von Schuhschäften nach individuellen Maßen und Kundenwünschen. Sie verwenden dabei einen individuellen Leisten als Grundlage für das Design und die Ausarbeitung des Schaftmodells.
Zunächst erstellen sie Skizzen, Schnittmuster und Schablonen für das Obermaterial und das Futter des Schuhschafts. Anschließend schneiden sie die einzelnen Teile aus dem gewählten Material zu. Um die Schaftflächen zu gestalten, verwenden sie verschiedene Techniken wie Ziernähte, Punzieren oder Perforieren.
Für die Montage schärfen und buggen sie die Schaftteile und kleben Verstärkungen auf. Danach nähen sie die Schaft- und Futterteile zusammen und bringen zusätzliche Elemente wie Schnallen, Schleifen, Reißverschlüsse oder Klettverschlüsse an.
Abschließend beschneiden sie das Futter, versäubern die Nähte und färben bei Bedarf die Kanten des Schafts ein. Neben der Herstellung von maßgefertigten Schuhschäften führen Maßschuhmacher und Maßschuhmacherinnen auch Reparaturarbeiten an Maß- und Konfektionsschuhen durch. Dazu gehören beispielsweise das Einsetzen neuer Reißverschlüsse, das Ausbessern von Nähten und Futter oder das Anbringen von Lederflicken (Riester).
Persönliche Interessen
Ausbildungsdetails
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre |
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Ausbildungsgehalt als Schäftemacher
(Abweichungen möglich, Stand: 12. August 2024, Quelle: Argentur für Arbeit)
Ausbildungsverkürzung
Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Schäftemacher lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.
Interessante Schulfächer
Mathematik
(z.B. zur Berechnung des Materialbedarfs und der Kosten)
Biologie
Wie viel verdient man als Schäftemacher
Während der Ausbildung zum Schäftemacher erhält man im ersten Jahr eine Vergütung von 740 €, die im zweiten Jahr auf 770 € und im dritten Jahr auf 860 € ansteigt. Diese gestaffelten Ausbildungsvergütungen bieten eine solide finanzielle Grundlage, um die Herausforderungen der Ausbildung zu meistern und sich auf die fachlichen Kenntnisse zu konzentrieren. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung eröffnet sich eine vielversprechende berufliche Perspektive. Schäftemacher verdienen mindestens 2.393 €, während das durchschnittliche Gehalt bei etwa 2.672 € liegt. In gut bezahlten Positionen können sogar bis zu 3.040 € erzielt werden. Diese attraktiven Verdienstmöglichkeiten machen den Beruf zu einer interessanten Wahl für alle, die sich für das Handwerk und die Verarbeitung von Schafwolle begeistern.
Was man in der Ausbildung als Schäftemacher lernt
Der Schäftemacher durchläuft während seiner Ausbildung eine Vielzahl von Lerninhalten, die ihn auf die vielseitigen Aufgaben in seinem Beruf vorbereiten. Zu den grundlegenden Fähigkeiten gehört das Einsetzen und Warten von Werkzeugen, Maschinen und Zusatzeinrichtungen, um effizient arbeiten zu können. Darüber hinaus erlernt er das Entwerfen von Grundmodellen und das Beurteilen sowie Einsetzen von Werk- und Hilfsstoffen, um hochwertige Schäfte herzustellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt seiner Ausbildung umfasst das Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen sowie das Beurteilen und Anwenden verschiedener Fertigungstechniken, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Zusätzlich erwirbt der Schäftemacher Kenntnisse über die Anatomie, Physiologie und Pathologie der Stütz- und Bewegungsorgane, um individuelle Bedürfnisse optimal zu berücksichtigen.
Im Laufe seiner Ausbildung wird der angehende Schäftemacher auch in der Durchführung von Reparatur- und Änderungsarbeiten geschult, um bestehende Schuhe anzupassen oder zu reparieren. Des Weiteren lernt er kundenorientierte Maßnahmen durchzuführen, um die Zufriedenheit der Kunden sicherzustellen. Ein zentraler Bestandteil seiner Ausbildung ist das Gestalten und Ausarbeiten von Schaftmodellen sowie das Herstellen von Schablonen und Schnittmustern. Darüber hinaus erwirbt er Fertigkeiten im Zuschneiden von Schaftteilen und im Vorrichten sowie Montieren von Schaftteilen, um hochwertige und passgenaue Schuhe herstellen zu können.
Tipps für Bewerber als Schäftemacher
Bewerbung
Als Schäftemacher/in stellst du hochwertige Holz- und Kunststoffschäfte her, die als Griffe für Werkzeuge, Geräte oder Sportgeräte dienen – etwa für Hämmer, Äxte, Besen oder Paddel. Du bearbeitest Rohmaterialien, formst, schleifst und lackierst sie und achtest auf Stabilität, Ergonomie und Qualität. Dabei brauchst du handwerkliches Geschick, ein gutes Auge für Formen und Sorgfalt im Umgang mit Maschinen. In deiner Bewerbung solltest du zeigen, dass du präzise, zuverlässig und interessiert an Holz und Handwerk bist.
- Handwerkliches Geschick: Du arbeitest mit Hobel, Schleifmaschine und Drechselbank – Genauigkeit ist entscheidend.
- Sorgfalt: Maße, Formen und Oberflächen müssen exakt stimmen.
- Technisches Verständnis: Du bedienst Maschinen und prüfst Materialqualität.
- Ausdauer: Holzverarbeitung erfordert Konzentration und Geduld.
- Teamfähigkeit: Du arbeitest mit Kolleginnen und Kollegen in der Fertigung zusammen.
Tipp: Wenn du gerne mit Holz arbeitest, auf Qualität achtest und Freude an präziser Handarbeit hast, erwähne das – es zeigt, dass du das traditionelle Handwerk mit Hingabe ausüben möchtest.
Kleidung für das Gespräch
Im Holzhandwerk zählt ein gepflegtes, bodenständiges und praktisches Auftreten. Du solltest zeigen, dass du zuverlässig, ordentlich und handwerklich denkst.
- Saubere, schlichte Kleidung: Eine gepflegte Jeans oder Arbeitshose mit Polo oder Hemd ist ideal.
- Dezente, natürliche Farben: Beige, Braun oder Dunkelblau wirken handwerklich passend.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Hände, ordentliche Frisur und dezentes Auftreten zeigen Respekt für Material und Betrieb.
- Ruhige, aufmerksame Ausstrahlung: Zeigt Konzentration und Verantwortungsbewusstsein.
- Selbstbewusste Haltung: Wirkt engagiert und arbeitsfreudig – wichtig im Handwerk.
Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der sauber, präzise und zuverlässig arbeitet – bodenständig, konzentriert und handwerklich begabt.
Mögliche Fragen im Gespräch
Der Ausbildungsbetrieb möchte wissen, ob du handwerkliches Talent, Geduld und Qualitätsbewusstsein mitbringst.
- „Was interessiert Sie besonders am Arbeiten mit Holz?“
- „Wie wichtig ist Ihnen Genauigkeit in der handwerklichen Arbeit?“
- „Wie gehen Sie vor, wenn ein Werkstück nicht die gewünschte Form hat?“
- „Haben Sie schon einmal etwas aus Holz gebaut oder repariert?“
- „Wie behalten Sie Konzentration bei sich wiederholenden Arbeitsschritten?“
- „Wie würden Sie im Team mit anderen Handwerkern zusammenarbeiten?“
Tipp: Denk an Situationen, in denen du handwerklich gearbeitet, genau gemessen oder etwas mit den Händen gestaltet hast – das zeigt, dass du praktische Erfahrung und Geduld mitbringst.
Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst
Eigene Fragen zeigen, dass du echtes Interesse am Handwerk, an Materialien und an den Fertigungstechniken hast.
- „Welche Produkte werden in Ihrem Betrieb hauptsächlich hergestellt?“
- „Mit welchen Holzarten oder Materialien arbeitet man am häufigsten?“
- „Wie ist die Ausbildung zwischen Handarbeit, Maschinenarbeit und Qualitätsprüfung aufgebaut?“
- „Welche Werkzeuge und Maschinen lernt man besonders intensiv kennen?“
- „Gibt es Möglichkeiten, eigene Ideen oder Entwürfe einzubringen?“
- „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Richtung Holztechniker oder Meister/in?“
Tipp: Frag nach Materialien, Maschinen und Gestaltungsmöglichkeiten – das zeigt, dass du Interesse an der Kombination aus traditionellem Handwerk und moderner Fertigung hast.
Vorteile des Berufs Schäftemacher
Holzkunde und Materialauswahl
Auszubildende lernen über verschiedene Holzarten, die für Schäfte verwendet werden, wie Walnuss, Ahorn und Buche. Sie erwerben Kenntnisse darüber, wie man das passende Holz auswählt, basierend auf Kriterien wie Festigkeit, Maserung und Ästhetik.
Handwerkliche Fertigkeiten
Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist das Erlernen von handwerklichen Techniken zur Holzbearbeitung, einschließlich Sägen, Hobeln, Schleifen und Polieren. Die Auszubildenden lernen, wie man Holz präzise bearbeitet, um Schäfte mit einer perfekten Passform und Finish herzustellen.
Anpassung und Montage
Die Auszubildenden erlernen die Anpassung von Schäften an die spezifischen Konturen und Mechaniken verschiedener Schusswaffenmodelle. Dies umfasst das Ausfräsen der Lagerung für das Waffengehäuse und die fachgerechte Montage des Schaftes an der Waffe.
Oberflächenbehandlung
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Oberflächenbehandlung, einschließlich Beizen, Lackieren und Ölen, um den Schaft vor Feuchtigkeit und Abnutzung zu schützen und ein ästhetisch ansprechendes Finish zu erzielen.
Waffenmechanik und Sicherheit
Die Auszubildenden erhalten Einblicke in die Grundlagen der Waffenmechanik und die sicherheitsrelevanten Aspekte beim Umgang mit Schusswaffen und bei der Schaftanfertigung.
Kundenberatung und Anpassung
Die Ausbildung beinhaltet auch die Beratung von Kunden hinsichtlich der optimalen Schaftform, Materialauswahl und ergonomischen Anpassungen, um Komfort und Schießleistung zu verbessern.
Qualitätskontrolle
Die Auszubildenden lernen, wie sie ihre Arbeit gemäß hohen Qualitätsstandards prüfen und bewerten. Sie erwerben Fähigkeiten in der Qualitätskontrolle, um sicherzustellen, dass jeder Schaft den Anforderungen des Kunden und den Sicherheitsstandards entspricht.
Reparatur und Restaurierung
Ein Teil der Ausbildung kann sich auch auf die Reparatur und Restaurierung alter oder beschädigter Schäfte konzentrieren, einschließlich der Beseitigung von Kratzern, Dellen und anderen Beschädigungen.
Arbeitssicherheit
Die Auszubildenden lernen, Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und Schusswaffen zu beachten, um Verletzungen und Unfälle zu vermeiden.
Mögliche Digitalisierungen als Schäftemacher
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3D-Druck
Anfertigung von Funktions- und Dekorationselemente für Maßschäfte mit einem 3-D-Drucker; Schaftmodelle mittels einem 3-D-Drucker anfertigen.
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3D-Laserscanning
Um die Daten in CAD-Programmen für die Konstruktion von Maßschäften weiterzubearbeiten, werden die Füße des Kunden mit einem 3-D-Laserscanner vermessen.