Hörakustiker (m/w/d)

Gesundheit
Abbildung Frau mit Kopfhörer macht eine Hörtest

Ausbildung als Hörakustiker

Vor allem ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie immer schlechter hören. Damit sie wieder an der ganz alltäglichen Kommunikation teilhaben können, sind die Hörakustiker und Hörakustikerinnen gefordert. Um die optimale individuelle Lösung zu finden, führen sie bei ihren Kunden zunächst die Audiometrie durch: Darunter versteht man verschiedene Verfahren zur Prüfung und Messung der Hörfähigkeit, um einen bestehenden Hörverlust zu erkennen, diagnostizieren und lokalisieren. Um schließlich das passende Hörgerät zu erstellen, muss vorab ein Formpassstück angefertigt werden, um die Passform der Ohrstücke individuell auf die Nutzer anzupassen. Nach den akustischen Feineinstellungen weisen Hörakustiker und Hörakustikerinnen die Kunden in die Bedienung der Hörsysteme ein und führen darüber hinaus auch Service- bzw. Instandhaltungsmaßnahmen durch. Dazu sind vertiefte Kenntnisse unter anderem in Akustik, Medizin und Psychologie sowie in moderner Elektrotechnik erforderlich.

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Ausbildungsanfänger in Deutschland

  • 50%
  • 42%
  • 7%
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  • Mittlerer Bildungsabschluss 50%
  • Hochschulreife 42%
  • Mittelschulabschluss 7%
  • Sonstige 1%
  • ohne Mittelschulabschluss 1%

Ausbildungsdetails

Ausbildungsdauer 3 Jahre

Ausbildungsgehalt als Hörakustiker

  • 1. Ausbildungsjahr 1.060 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.170 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.310 €

(Abweichungen möglich, Stand: 01. September 2024, Quelle: WSI Tarifarchiv)

Ausbildungsverkürzung

Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Hörakustiker lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.

Weitere Informationen

13 Ausbildungsplätze Hörakustiker vorhanden

Benötigte Stärken

Abbildung Animation von einer Skyline

Technisches Verständnis

(z.B. bei der Reparatur und der Instandhaltung von Hörgeräten)

Abbildung Person mit Hammer und Akkuschrauber

Handwerkliches Geschick

(z.B. bei der Herstellung von Ohrstücken, die mittels eines Acrylabgusses gefertigt werden)

Abbildung Verkäuferin berät einen Kunden

Kunden- & Serviceorientierung

(z.B. bei der Aufklärung und Beratung von Kunden über individuellen Hörschutz)

Abbildung Fischer auf einem Boot beim Angeln auf einem See

Geduld

(z.B. bei wiederholten Anpassungswünschen des Kunden)

Interessante Schulfächer

Werken / Technik

(z.B. beim Reparieren kleinster Teile der Hörgeräte)

Physik

(z.B. beim Durchführen von Hör- und Sprachtests)

Mathematik

(z.B. beim Ausführen audiometrischer Tests)

Wie viel verdient man als Hörakustiker

Während der Ausbildung zum Hörakustiker liegt das Gehalt im ersten Ausbildungsjahr bei etwa 1.060 €. Im zweiten Jahr erhöht sich das Einkommen auf rund 1.170 €, und im dritten Jahr kann man bis zu 1.310 € verdienen. Nach Abschluss der Ausbildung können die Verdienstmöglichkeiten erheblich steigen. Einstiegsgehälter liegen bei mindestens 2.449 €, während das Durchschnittsgehalt bei etwa 2.833 € liegt. In besonders gut dotierten Positionen kann das Gehalt sogar bis zu 3.568 € betragen. Dieses attraktive Gehaltsniveau reflektiert die zunehmende Verantwortung und Fachkenntnis, die mit der beruflichen Weiterentwicklung als Hörakustiker einhergeht.

Was man in der Ausbildung als Hörakustiker lernt

Die Ausbildung zum Hörakustiker ist ein spezialisiertes Feld, das Fachwissen in Audiologie, Handwerk und Beratung kombiniert. Zu Beginn der Ausbildung stehen das Bestimmen und Beurteilen individueller Hörprofile im Mittelpunkt. Die Auszubildenden lernen, die spezifischen Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Patientinnen und Patienten zu verstehen und auf dieser Basis passende Lösungen vorzuschlagen. Ein wesentlicher Aspekt der Ausbildung ist das Erheben und Bewerten berufsspezifischer audiologischer und otoskopischer Befunde. Dies ermöglicht den Auszubildenden, den Zustand des Gehörs und der Ohren genau zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.  Die Beratung der Patientinnen und Patienten umfasst die Versorgungsmöglichkeiten mit Hörsystemen, Hörassistenzsystemen und Sonderversorgungen sowie Zubehör. Die Auszubildenden lernen, individuelle Hörerwartungen zu berücksichtigen und die Menschen umfassend über die verschiedenen Optionen und deren Anwendung zu informieren. Ein praktischer Teil der Ausbildung umfasst das Erstellen dreidimensionaler Abbilder des äußeren Ohres und die Herstellung von Otoplastiken, individuellem Gehörschutz und Sonderotoplastiken. Dies erfordert sowohl technisches Verständnis als auch handwerkliches Geschick.

Die Anpassung von Hörsystemen und Hörassistenzsystemen entsprechend dem individuellen Hörprofil ist eine Kernkompetenz in der Hörakustik. Die Auszubildenden lernen, Geräte so einzustellen, dass sie den spezifischen Bedürfnissen und Anforderungen der Nutzenden gerecht werden. Die Betreuung von Patientinnen und Patienten und die Durchführung von Rehabilitationsmaßnahmen sind weitere wichtige Bestandteile der Ausbildung. Die Auszubildenden üben, Unterstützung und Anleitung zu bieten, um die bestmögliche Anpassung und Nutzung der Hörsysteme zu gewährleisten. Service- und Instandhaltungsmaßnahmen sind für die Langlebigkeit und Funktionalität der Hörsysteme und Hörassistenzsysteme essenziell. Die Auszubildenden lernen, regelmäßige Wartungen durchzuführen und bei Bedarf Reparaturen vorzunehmen. Zusätzlich zu den fachspezifischen Inhalten umfasst die Ausbildung auch Geschäfts- und Abrechnungsprozesse des Hörakustikbetriebes. Die Auszubildenden erwerben Kenntnisse in der Organisation und Ausführung dieser Prozesse, um den reibungslosen Betrieb und die wirtschaftliche Stabilität des Geschäfts zu unterstützen. Die betriebliche und technische Kommunikation sowie der Patientendatenschutz sind weitere wichtige Themenbereiche, die während der Ausbildung behandelt werden. Die Auszubildenden lernen, wie sie effektiv kommunizieren und dabei die Privatsphäre und Sicherheit der Patientendaten gewährleisten können. Schließlich lernen die Auszubildenden, Arbeitsabläufe zu planen und zu organisieren sowie qualitätssichernde Maßnahmen durchzuführen, um einen hohen Standard der Hörakustik-Dienstleistungen sicherzustellen.

Tipps für Bewerber als Hörakustiker

Bewerbung

Als Hörakustiker/in hilfst du Menschen, wieder besser zu hören – ein Beruf, der Technik, Handwerk und Einfühlungsvermögen verbindet. Du misst das Hörvermögen, passt Hörgeräte individuell an und erklärst die Handhabung. Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du technisch interessiert, sorgfältig und empathisch bist.

  •  Technisches Verständnis: Du arbeitest mit feinster Elektronik und moderner Messtechnik – Interesse an Technik ist wichtig.
  •  Sorgfalt und Genauigkeit: Hörgeräte müssen exakt eingestellt werden, kleine Fehler machen großen Unterschied.
  •  Einfühlungsvermögen: Du arbeitest mit Menschen, die oft unsicher oder empfindlich reagieren – Geduld zählt.
  •  Kommunikationsfähigkeit: Du erklärst technische Dinge verständlich und freundlich.
  •  Verantwortungsbewusstsein: Du trägst dazu bei, dass Menschen wieder besser am Leben teilnehmen können.
  • Tipp: Wenn du Freude daran hast, Menschen zu helfen, und Technik spannend findest, schreib das in deine Bewerbung – diese Kombination macht dich für den Beruf besonders geeignet.

Kleidung für das Gespräch

Als Hörakustiker/in arbeitest du in einem Gesundheitsberuf mit direktem Kundenkontakt – dein Auftreten sollte gepflegt, freundlich und professionell sein.

  •  Gepflegte, saubere Kleidung: Hemd, Bluse oder Polo mit Stoffhose – ordentlich, aber nicht steif.
  •  Dezente Farben: Helle, ruhige Töne wirken vertrauenswürdig und sympathisch.
  •  Saubere Hände und gepflegtes Äußeres: Du arbeitest nah am Menschen – Hygiene ist wichtig.
  •  Freundliches Lächeln: Hörakustiker/innen wirken offen und hilfsbereit.
  •  Aufrechte Haltung: Zeig Ruhe und Selbstvertrauen – das schafft Vertrauen beim Kunden.

Ziel: Du sollst wirken wie jemand, dem man sein Gehör anvertraut – kompetent, geduldig und freundlich.

Mögliche Fragen im Gespräch

Der Betrieb möchte wissen, ob du technisches Verständnis, Geduld und Verantwortungsgefühl mitbringst – und ob du dir vorstellen kannst, mit Menschen unterschiedlichen Alters zu arbeiten.

  •  „Was interessiert Sie besonders am Beruf Hörakustiker/in?“
  •  „Wie gehen Sie mit älteren oder schwerhörigen Kunden um?“
  •  „Haben Sie technisches Interesse oder Erfahrung im Umgang mit kleinen Geräten?“
  •  „Wie reagieren Sie, wenn ein Kunde unzufrieden mit dem Hörgerät ist?“
  •  „Wie wichtig ist Ihnen Genauigkeit bei der Arbeit?“
  •  „Können Sie sich vorstellen, längere Beratungsgespräche zu führen?“

Tipp: Denk an Momente, in denen du ruhig geblieben bist, jemandem geholfen oder etwas erklärt hast – das zeigt, dass du die richtigen Fähigkeiten für diesen Beruf mitbringst.

Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst

Wenn du eigene Fragen stellst, zeigst du Interesse und Verantwortungsbewusstsein – zwei Eigenschaften, die im Gesundheitswesen entscheidend sind.

  •  „Wie läuft die Ausbildung zum Hörakustiker im Betrieb genau ab?“
  •  „Welche technischen Geräte und Messsysteme werden bei Ihnen eingesetzt?“
  •  „Wie viel Kundenkontakt habe ich während der Ausbildung?“
  •  „Wie werden Schulungen zu neuen Hörsystemen oder Technologien durchgeführt?“
  •  „Gibt es Spezialisierungen, z. B. auf Kinder oder bestimmte Hörsysteme?“
  •  „Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Meister oder Fachberater?“

Tipp: Frag nach Technik, Kundenkontakt und Weiterentwicklung – das zeigt, dass du Verantwortung übernehmen willst und dich für den Beruf langfristig interessierst.
 

Mögliche Karrierechancen als Hörakustiker

Vorteile des Berufs Hörakustiker

Gesundheitsbezogene Tätigkeit

Als Hörakustiker sind Sie in einem Bereich tätig, der direkt die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen betrifft. Sie helfen Menschen mit Hörproblemen, ihre Hörgeräte anzupassen und zu optimieren, um ihre Hörbedürfnisse zu verbessern und ihre Kommunikationsfähigkeit wiederherzustellen.

Technisches Fachwissen

Die Ausbildung zum Hörakustiker vermittelt ein breites Spektrum an technischem Fachwissen über die Funktionsweise von Hörgeräten, Audiometer und anderen Hörhilfen. Sie lernen, komplexe Geräte zu verstehen, zu warten, zu reparieren und individuell an die Bedürfnisse der Patienten anzupassen.

Kundenorientierung und Empathie

Hörakustiker arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um deren individuelle Höranforderungen zu verstehen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Sie müssen einfühlsam sein, um die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kunden zu erkennen und sie mit Empathie und Respekt zu behandeln.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Der Bereich der Hörakustik unterliegt ständigen technologischen Entwicklungen und Innovationen. Als Hörakustiker haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten durch kontinuierliche Weiterbildung und Schulungen auf dem neuesten Stand zu halten und sich mit den neuesten Technologien vertraut zu machen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Hörakustiker arbeiten häufig in interdisziplinären Teams mit HNO-Ärzten, Audiologen und anderen Gesundheitsfachkräften zusammen, um die bestmögliche Versorgung für ihre Patienten sicherzustellen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung von Hörproblemen und fördert den interprofessionellen Austausch und die Zusammenarbeit.

Vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten

Nach Abschluss der Ausbildung zum Hörakustiker stehen Ihnen verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten offen, darunter die Arbeit in Hörgeräteakustik-Fachgeschäften, in HNO-Praxen, in Kliniken, in Hörzentren oder als selbstständiger Hörakustiker mit eigener Praxis.

Berufliche Erfüllung

Die Arbeit als Hörakustiker bietet eine sinnstiftende Tätigkeit, bei der Sie direkt dazu beitragen, das Leben Ihrer Kunden zu verbessern und ihre Lebensqualität zu steigern. Die Möglichkeit, Menschen zu helfen, wieder besser zu hören und am sozialen Leben teilzunehmen, kann eine große berufliche Erfüllung und Zufriedenheit bringen.

Häufige Fragen zum Ausbildungsberuf Hörakustiker

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Kunden- & Serviceorientierung Sorgfalt Hilfsbereitschaft Deutschkenntnisse Mathekenntnisse

Mögliche Digitalisierungen als Hörakustiker

  • Digitales Dokumentenmanagement - DMS

    Datenbankbasierte Dokumentationssysteme für Abrechnungen oder Messergebnisse audiometrischer Tests nutzen.

  • 3-D-Simulation

    Mithilfe von Modellierungssoftware ein digitales 3D-Modell der zukünftigen Otoplastik (Hörgeräteanpassung) erstellen.

  • 3D-Laserscanning

    Durch Verwendung eines 3-D-Lasers die Form der Ohrmuschel scannen.

  • 3D-Druck

    Ohranpassungen (Otoplastiken) mittels 3D-Druckverfahren produzieren.

  • Wearable Technology

    Information über moderne Hörsysteme bereitstellen, die es den Patienten ermöglichen, auch fernzusehen, Musik zu hören oder zu telefonieren.