Ausbildung als Bestattungsfachkraft
Einen Menschen für seinen letzten Weg vorzubereiten und die Hinterbliebenen dabei zu unterstützen, erfordert Pietät und Einfühlungsvermögen. In solch schwierigen Momenten sind die Bestattungsfachkräfte als Allrounder gefragt: Während sie mit den Angehörigen die Details der Bestattung abklären und die damit zusammenhängenden Arbeiten koordinieren, überführen sie die Verstorbenen zunächst ins Bestattungsinstitut zur hygienischen und kosmetischen Versorgung und schließlich zum Bestattungsort. Darüber hinaus richten die Bestattungsfachkräfte Särge oder Urnen her, legen Gräber an und gestalten die Trauerfeierlichkeiten. Zu ihren kaufmännischen Aufgaben gehören die Vermittlung von Bestattungsvorsorgeverträgen, die Kostenkalkulation sowie die Abrechnung mit Krankenkassen, Versicherungsgesellschaften und Kunden.
Ausbildungsanfänger in Deutschland
- 44%
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- Mittlerer Bildungsabschluss 44%
- Hochschulreife 42%
- Mittelschulabschluss 13%
- ohne Mittelschulabschluss 1%
- Sonstige 1%
Ausbildungsdetails
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre |
|---|
Ausbildungsgehalt als Bestattungsfachkraft
(Abweichungen möglich, Stand: 01. August 2024, Quelle: WSI-Tarifarchiv)
Ausbildungsverkürzung
Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Bestattungsfachkraft lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.
Mögliche Berufsschulen für Bestattungsfachkraft
Interessante Schulfächer
Deutsch
(z.B. für eine qualifizierte Kundenberatung und das Verfassen von Traueranzeigen)
Mathematik
(z.B. für die Kostenkalkulation und die Abrechnungen mit den Versicherungen)
Psychologie / Pädagogik
(z.B. für einen einfühlsamen Umgang mit den Angehörigen)
Werken / Technik
(z.B. für die Sargausstattung)
Wie viel verdient man als Bestattungsfachkraft
Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft bietet eine solide finanzielle Basis, die im Laufe der Ausbildungsjahre kontinuierlich ansteigt. Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Vergütung bei bis zu 1.218 € brutto pro Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr erhöht sich das Gehalt auf bis zu 1.268 €, und im dritten Ausbildungsjahr kann man bis zu 1.314 € verdienen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erwartet die Bestattungsfachkräfte ein attraktives Einstiegsgehalt von mindestens 2.617 € brutto monatlich. Im Durchschnitt liegt das Gehalt bei 3.153 €, mit der Möglichkeit, in bestimmten Bereichen oder bei langjähriger Erfahrung bis zu 3.762 € zu verdienen. Diese Vergütung reflektiert die Bedeutung und Sensibilität des Berufes und bietet eine stabile finanzielle Perspektive.
Was man in der Ausbildung als Bestattungsfachkraft lernt
Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft umfasst eine Vielzahl von Aufgaben und Fähigkeiten, die für die würdevolle und professionelle Durchführung von Trauerfeiern, Beisetzungen und Bestattungen erforderlich sind. Dazu gehört zunächst das gründliche Bearbeiten von Bestattungsaufträgen, wobei Riten, Gebräuche und berufsbezogene Rechtsvorschriften berücksichtigt werden müssen. Ein wichtiger Teil der Ausbildung ist das Beherrschen der verschiedenen Bestattungsrituale und die Fähigkeit, einfühlsam mit trauernden Menschen umzugehen. Dazu gehören psychologische Maßnahmen, um Angehörige in dieser schweren Zeit zu unterstützen, sowie die Fähigkeit, einfühlsam auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Die Bestattungsfachkraft lernt auch, Bestattungsvorsorge zu organisieren und Kunden bei der Planung und Vorbereitung ihrer eigenen Bestattung zu unterstützen. Dazu gehört die Beratung zu verschiedenen Bestattungsformen, Grabarten und Bestattungskosten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Ausbildung ist der Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken sowie die Planung von Arbeitsabläufen und die Durchführung von Geschäfts- und Verwaltungsvorgängen. Dies umfasst die Organisation von Trauerfeiern, die Koordination mit Friedhöfen, Krematorien und anderen Dienstleistern sowie die Abwicklung von Bestattungsdokumenten und Formalitäten. Die Bestattungsfachkraft lernt auch, Werkzeuge, Geräte, Maschinen und technische Einrichtungen zu handhaben und zu warten, die für die Vorbereitung und Durchführung von Bestattungen erforderlich sind. Qualitätssichernde Maßnahmen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, um sicherzustellen, dass alle Aspekte der Bestattungsdienstleistungen den erforderlichen Standards entsprechen und die Kundenzufriedenheit gewährleistet ist.
Tipps für Bewerber als Bestattungsfachkraft
Bewerbung
Als Bestattungsfachkraft begleitest du Menschen in schweren Momenten. Du organisierst Beerdigungen, berätst Angehörige und sorgst dafür, dass alles respektvoll und würdevoll abläuft. Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du einfühlsam, zuverlässig und verantwortungsbewusst bist.
- Einfühlungsvermögen betonen: Du arbeitest mit trauernden Menschen – Mitgefühl und Ruhe sind besonders wichtig.
- Verantwortungsbewusstsein hervorheben: Du kümmerst dich um organisatorische und rechtliche Abläufe, die absolut korrekt sein müssen.
- Sorgfalt zeigen: Jeder Schritt – von der Vorbereitung bis zur Beisetzung – muss würdevoll und genau ausgeführt werden.
- Teamfähigkeit und Belastbarkeit: Du arbeitest mit Kolleginnen und Kollegen im Hintergrund zusammen und musst in emotionalen Situationen standhaft bleiben.
- Tipp: Wenn du schon in einem sozialen Bereich gearbeitet oder ein Praktikum im Bestattungswesen gemacht hast, erwähne das. Es zeigt, dass du die besondere Verantwortung dieses Berufs kennst.
Kleidung für das Gespräch
In der Bestattungsbranche ist ein gepflegtes, ruhiges und respektvolles Auftreten Pflicht – du vertrittst Würde und Vertrauen.
- Schlicht und elegant: Dunkle Stoffhose oder Rock mit Hemd, Bluse oder Sakko wirken passend.
- Dezente Farben: Schwarz, Grau oder Dunkelblau sind ideal – sie zeigen Respekt und Ernsthaftigkeit.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Kleidung, dezente Frisur und ruhige Ausstrahlung sind wichtig.
- Körpersprache: Freundlich, ruhig und aufmerksam – so wirkst du respektvoll und empathisch.
- Ziel: Du sollst zeigen, dass du sensibel mit Menschen umgehen und seriös auftreten kannst.
Mögliche Fragen im Gespräch
Im Gespräch möchte der Betrieb wissen, ob du mit Verantwortung, Emotionen und sensiblen Situationen umgehen kannst.
- „Warum möchten Sie Bestattungsfachkraft werden?“
- „Wie gehen Sie mit trauernden Menschen um?“
- „Was bedeutet für Sie Würde und Respekt im Beruf?“
- „Wie behalten Sie Ruhe, wenn es emotional wird?“
- „Wie gehen Sie mit organisatorischem Druck um?“
- „Wie wichtig ist Ihnen Teamarbeit in diesem Beruf?“
Tipp: Denk an Situationen, in denen du ruhig, empathisch oder zuverlässig gehandelt hast – das zeigt, dass du die richtige Haltung mitbringst.
Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst
Wenn du am Ende gefragt wirst, ob du noch Fragen hast, kannst du damit Mitgefühl und Interesse zeigen.
- „Wie ist die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft aufgebaut?“
- „Welche Aufgaben übernehmen Azubis bereits im ersten Ausbildungsjahr?“
- „Wie lernt man, mit Trauernden sicher und sensibel zu sprechen?“
- „Welche organisatorischen oder rechtlichen Themen sind Teil der Ausbildung?“
- „Wie sehen die Arbeitszeiten bei Bestattungen oder Trauerfeiern aus?“
- „Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?“
Tipp: Frag nach Ausbildung, Umgang mit Angehörigen oder Verantwortung – das zeigt, dass du die Tiefe und Bedeutung dieses Berufs verstehst und mit Herz und Haltung an ihn herangehst.
Mögliche Karrierechancen als Bestattungsfachkraft
-
Ausbilder - AdA-Schein
Andere Weiterbildung
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Bestattermeister
Meisterweiterbildung
-
Fachwirt - Bestattung
Kaufmännische Weiterbildung
Vorteile des Berufs Bestattungsfachkraft
Branchenspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten
In dieser Ausbildung erlernst du spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten, die direkt mit der Planung und Durchführung von Bestattungen, dem Umgang mit Trauernden und den administrativen Aufgaben eines Bestattungsinstitutes zusammenhängen. Diese spezialisierten Fertigkeiten unterscheiden sich deutlich von denen in anderen Berufen und bieten eine einzigartige Perspektive auf den Dienstleistungssektor.
Psychologische Komponente
Die Bestattungsfachkraft-Ausbildung beinhaltet eine starke psychologische Komponente, da der Umgang mit trauernden Angehörigen und die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod zentrale Aspekte des Berufs sind. Diese psychosozialen Aspekte bieten eine tiefgründige menschliche Erfahrung, die in vielen anderen Berufen so nicht vorhanden ist.
Vielfältige Einsatzgebiete
Während der Ausbildung durchläufst du verschiedene Einsatzgebiete wie Bestattungsinstitute, Krematorien und Friedhöfe. Dadurch erhältst du einen umfassenden Einblick in alle Bereiche des Bestattungswesens, was in anderen Ausbildungsberufen in dieser Form selten der Fall ist.
Hohe emotionale Bedeutung
Die Arbeit als Bestattungsfachkraft hat eine tiefe gesellschaftliche und emotionale Bedeutung, da du Menschen in einer der schwierigsten Phasen ihres Lebens unterstützt. Dieser Aspekt kann eine sehr befriedigende und erfüllende Komponente deiner beruflichen Laufbahn sein.
Körperliche und praktische Herausforderungen
Neben den psychischen Belastungen gibt es auch körperliche und praktische Aspekte, wie den Transport und die hygienische Versorgung von Verstorbenen, die in anderen Berufen so nicht vorkommen. Diese Herausforderungen bieten eine einzigartige Kombination aus physischer und handwerklicher Arbeit.
Reife und Verantwortung
Durch den direkten Umgang mit dem Tod und trauernden Menschen wird von Auszubildenden ein hohes Maß an Reife und Verantwortungsbewusstsein erwartet. Diese persönliche Entwicklung ist ein wichtiger Aspekt der Ausbildung und kann zur persönlichen Reifung beitragen.
Duales Ausbildungssystem
Ähnlich wie bei anderen Ausbildungsberufen bietet auch die Bestattungsfachkraft-Ausbildung eine Kombination aus praktischer Erfahrung im Unternehmen und theoretischem Unterricht in der Berufsschule. Dieses System ermöglicht es dir, direkt anwendbare Fähigkeiten zu erlernen und gleichzeitig ein umfassendes theoretisches Verständnis zu entwickeln.
Häufige Fragen zum Ausbildungsberuf Bestattungsfachkraft
Mögliche Digitalisierungen als Bestattungsfachkraft
-
Augmented-Reality-Visualisierung
Durch die Verwendung eines Tablets, um den Kunden potenzielle Trauerfeierdekorationen vorzustellen.