Handzuginstrumentenmacher (m/w/d)

Produktion, Fertigung

Ausbildung als Handzuginstrumentenmacher

Handzuginstrumentenmacher und Handzuginstrumentenmacherinnen sind für den Bau von handgezogenen oder angeblasenen Instrumenten verantwortlich. Vor dem eigentlichen Bau erstellen sie Entwürfe oder verwenden vorhandene technische Zeichnungen, um die erforderlichen Maße und Vorgaben zu entnehmen.

Sie fertigen Gehäusebauteile aus Holz oder Metall an und stellen Bälge aus Pappe her. Diese Bauteile werden dann zusammenmontiert. Handzuginstrumentenmacher und Handzuginstrumentenmacherinnen bringen Knöpfe, Tasten, Register, Stimmstöcke, Dichtungen und Klappen mit Rückholfedern an und bearbeiten die Oberfläche des Instruments.

Nach der Fertigstellung prüfen sie die Klangqualität des Instruments und stimmen es gegebenenfalls. Sie sind auch für die Wartung, Pflege und Reparatur bzw. Restaurierung defekter oder alter Instrumente zuständig. Darüber hinaus beraten sie Kunden bei der Auswahl von Instrumenten und geben ihnen Tipps zur richtigen Handhabung.

Die Arbeit erfordert handwerkliches Geschick, Präzision und ein gutes Gehör für Klangqualität. Handzuginstrumentenmacher und Handzuginstrumentenmacherinnen sollten über fundierte Kenntnisse der verschiedenen Instrumententypen und ihrer Bauteile verfügen. Sie müssen in der Lage sein, präzise Messungen durchzuführen und die richtigen Materialien für den Bau und die Reparatur von Instrumenten auszuwählen.

Die Arbeit findet oft in Werkstätten statt, in denen spezialisierte Werkzeuge und Materialien zur Verfügung stehen. Handzuginstrumentenmacher und Handzuginstrumentenmacherinnen können auch in Musikinstrumentenbauunternehmen oder als selbstständige Handwerker arbeiten.

Ausbildungsdetails

Ausbildungsdauer 3 Jahre

Ausbildungsgehalt als Handzuginstrumentenmacher

  • 1. Ausbildungsjahr 682 €
  • 2. Ausbildungsjahr 802 €
  • 3. Ausbildungsjahr 921 €

(Abweichungen möglich, Stand: 01. Januar 2025, Quelle: WSI Tarifpolitischer Monatsbericht)

Ausbildungsverkürzung

Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Handzuginstrumentenmacher lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.

Weitere Informationen

Benötigte Stärken

Abbildung einmal Dominosteine sortiert und einmal Dominosteine durcheinander

Sorgfalt

(z.B. das Anbringen von Verzierungen und die millimetergenaue Bearbeitung der Komponenten)

Abbildung Person die auf einer Slackline balanciert

Konzentrationsfähigkeit

(z.B. um Instrumente zu überprüfen und zu stimmen)

Abbildung weiße Blüte von einer Blume

Sinn für Ästhetik

(z.B. bei der Oberflächenbehandlung und -verzierung)

Abbildung Person mit Hammer und Akkuschrauber

Handwerkliches Geschick

(z.B. für die Arbeit mit verschiedenen Instrumententypen)

Abbildung Verkäuferin berät einen Kunden

Kunden- & Serviceorientierung

(z.B. um Kunden über individuell anzufertigende Instrumente zu beraten)

Interessante Schulfächer

Musik

(z.B. für ein gutes Gehör für die Klangqualität)

Kunst

(z.B. für die Erstellung von Gehäusebauteilen aus Holz)

Mathematik

(z.B. bei der Berechnung von Flächenaufteilungen und der Preiskalkulation)

Wie viel verdient man als Handzuginstrumentenmacher

Während der Ausbildung zum Handzuginstrumentenmacher verdient man im ersten Ausbildungsjahr bis zu 820 €. Im zweiten Jahr steigt das Gehalt auf bis zu 900 €, und im dritten Jahr kann man bis zu 1.010 € monatlich verdienen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung kann das Einkommen erheblich steigen. Ein ausgebildeter Handzuginstrumentenmacher verdient mindestens 2.368 €, wobei der Durchschnitt bei etwa 2.835 € liegt. In einigen Fällen kann das Gehalt sogar bis zu 3.648 € betragen. Diese Gehaltsspanne reflektiert nicht nur die steigenden Qualifikationen, sondern auch die gestiegene Verantwortung und Fachkenntnis, die mit der Berufserfahrung einhergeht.

Was man in der Ausbildung als Handzuginstrumentenmacher lernt

Die Ausbildung zum Handzuginstrumentenmacher bereitet die Auszubildenden auf die Herstellung und Reparatur von Handzuginstrumenten wie Akkordeons, Bandoneons oder Konzertinas vor. Sie beginnt mit dem Lesen, Anwenden und Erstellen von technischen Unterlagen, was für die Planung und Durchführung von Herstellungsprozessen unerlässlich ist. Die Auszubildenden lernen, verschiedene Instrumententypen zu bestimmen und zuzuordnen, was entscheidend für die korrekte Bearbeitung und Montage der Instrumente ist. Sie erwerben Kenntnisse im Anwenden von Leimen und Klebern, eine grundlegende Fertigkeit für das Fügen von Instrumententeilen. Das Unterscheiden, Zuordnen und Handhaben von Werk- und Hilfsstoffen ist ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung. Die Auszubildenden lernen, Materialien wie Metalle, Hölzer und Leder richtig zu wählen und zu bearbeiten. Im Bereich Prüfen, Messen und Kennzeichnen erwerben die Auszubildenden die Fähigkeiten, Werkstücke genau zu vermessen und zu markieren, was für die Präzision beim Bau von Instrumenten entscheidend ist. Die Auszubildenden lernen auch, Werkzeuge anzufertigen und instand zu halten sowie Werkstücke zu trennen, auszurichten und zu spannen. Das manuelle und maschinelle Bearbeiten von Metallen ist eine weitere zentrale Fertigkeit, ebenso wie das Fügen von Bauteilen.

Die Auswahl, Bestimmung und Lagerung von Hölzern und Holzwerkstoffen sowie deren Bearbeitung sind wichtige Bestandteile der Ausbildung. Die Auszubildenden erlernen Techniken, um Holz für die Herstellung von Instrumententeilen wie dem Korpus zu bearbeiten. Die Wartung und Pflege von Betriebsmitteln, das Verarbeiten von Zelluloid und das Behandeln von Oberflächen sind ebenfalls Teil der Ausbildung. Diese Fähigkeiten sind wichtig für die Herstellung von hochwertigen und langlebigen Instrumenten. Die Be- und Verarbeitung von Leder, Pappe, Stoff und Kunstleder zu Bälgen, das Montieren von Baßmechanik und Schaltgruppen sowie das Montieren und Einbauen der Klaviatur sind spezifische Fertigkeiten, die für Handzuginstrumentenmacher unerlässlich sind. Das Einbauen der Stimmplatten, das Stimmen von Instrumenten und die Endmontage sind die letzten Schritte im Herstellungsprozess, die die Auszubildenden lernen. Sie erwerben die Fähigkeit, Instrumente so zusammenzubauen und abzustimmen, dass sie den hohen Anforderungen an Klangqualität und Spielbarkeit entsprechen. Die Endkontrolle und das Reparieren von Handzuginstrumenten runden die Ausbildung ab. Die Auszubildenden lernen, fertige Instrumente auf Mängel zu prüfen und notwendige Reparaturen durchzuführen.

Tipps für Bewerber als Handzuginstrumentenmacher

Bewerbung

Als Handzuginstrumentenmacher/in baust, reparierst und stimmst Instrumente wie Akkordeons oder Harmonikas. Du arbeitest mit Holz, Metall und Leder, montierst feinste Mechanik und sorgst dafür, dass jedes Instrument perfekt klingt. Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du handwerklich geschickt, musikalisch interessiert und geduldig bist.

  •     Feingefühl und Genauigkeit betonen: Die Arbeit an Instrumenten erfordert Präzision – jeder Handgriff zählt.
  •     Musikalisches Interesse: Ein gutes Gehör hilft dir beim Stimmen und Prüfen des Klangs.
  •     Handwerkliches Geschick: Du arbeitest mit kleinen Bauteilen, Werkzeugen und unterschiedlichen Materialien.
  •     Geduld und Sorgfalt: Der Instrumentenbau braucht Ruhe und Ausdauer – Fehler sind kaum zu korrigieren.
  •     Tipp: Wenn du Musik liebst, ein gutes Gehör hast und gerne sorgfältig mit den Händen arbeitest, erwähne das – es zeigt, dass du für diesen Beruf geschaffen bist.

Kleidung für das Gespräch

In einem kunsthandwerklichen Beruf wie dem Instrumentenbau zählt ein gepflegtes, ruhiges und authentisches Auftreten – du sollst zeigen, dass du sorgfältig und respektvoll arbeitest.

  •     Schlichte, saubere Kleidung: Stoffhose oder Jeans mit Hemd, Bluse oder Pullover – ordentlich, aber bodenständig.
  •     Natürliches Auftreten: Freundlich, ruhig und aufmerksam – das passt zur Werkstatt-Atmosphäre.
  •     Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Hände und Kleidung zeigen, dass du mit Präzision arbeitest.
  •     Körpersprache: Ruhig, konzentriert und freundlich – das vermittelt Feingefühl und Zuverlässigkeit.
  •     Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der Musik versteht und mit Geduld und Hingabe arbeitet.

Mögliche Fragen im Gespräch

Der Betrieb möchte wissen, ob du musikalisch, handwerklich und sorgfältig bist – und ob du dir die Arbeit an Instrumenten realistisch vorstellen kannst.

  •     „Warum möchten Sie Handzuginstrumentenmacher/in werden?“
  •     „Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?“
  •     „Wie gehen Sie mit feinen, handwerklichen Arbeiten um?“
  •     „Wie reagieren Sie, wenn etwas nicht gleich gelingt?“
  •     „Wie wichtig ist Ihnen Teamarbeit in einer Werkstatt?“
  •     „Haben Sie schon Erfahrung mit Musikinstrumenten oder Holzarbeit gesammelt?“

Tipp: Denk an Situationen, in denen du konzentriert gearbeitet, Musik gemacht oder etwas repariert hast – das zeigt, dass du für das Handwerk geschaffen bist.

Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst

Wenn du am Ende gefragt wirst, ob du noch Fragen hast, kannst du mit gezielten Fragen Interesse und Leidenschaft zeigen.

  •     „Wie ist die Ausbildung zum Handzuginstrumentenmacher aufgebaut?“
  •     „Welche Instrumente werden im Betrieb am häufigsten hergestellt oder repariert?“
  •     „Wie stark arbeite ich während der Ausbildung praktisch am Instrument?“
  •     „Wie lerne ich das Stimmen und Abstimmen der Töne?“
  •     „Welche Werkstoffe und Werkzeuge werden im Betrieb verwendet?“
  •     „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Richtung Meister, Restaurator oder Instrumentenbau-Techniker?“

Tipp: Frag nach Klang, Technik und Materialien – das zeigt, dass du nicht nur das Handwerk, sondern auch die Musik dahinter wirklich verstehst.
 

Mögliche Karrierechancen als Handzuginstrumentenmacher

Vorteile des Berufs Handzuginstrumentenmacher

Kunsthandwerkliche Tradition

Handzuginstrumentenmacher sind Teil einer lange bestehenden handwerklichen Tradition, die auf feinste Handwerkskunst und Präzision setzt. Sie arbeiten an der Herstellung und Reparatur von traditionellen Handzuginstrumenten wie Akkordeons, Harmonikas, Ziehharmonikas und Bandoneons.

Kreativität und Individualität

Diese Ausbildung ermöglicht es angehenden Handzuginstrumentenmachern, ihre künstlerische und gestalterische Kreativität auszuleben. Sie können einzigartige Designs entwerfen, personalisierte Instrumente für Kunden herstellen und individuelle Kundenwünsche umsetzen.

Handwerkliches Geschick

Die Ausbildung vermittelt handwerkliche Fähigkeiten und Techniken, um die komplexen Mechanismen und Strukturen von Handzuginstrumenten zu verstehen und zu bearbeiten. Dazu gehören das Holzschnitzen, das Metallbearbeiten, das Leder- und Stoffverarbeiten sowie das Feinjustieren von Tönen und Klängen.

Präzision und Geduld

Handzuginstrumentenmacher benötigen ein hohes Maß an Präzision und Geduld, um jedes Detail ihrer Arbeit sorgfältig zu bearbeiten. Sie müssen feinste Maße einhalten, komplexe Mechanismen montieren und akribisch jede Komponente prüfen, um sicherzustellen, dass das Instrument einwandfrei funktioniert.

Erhaltung kulturellen Erbes

Durch ihre Arbeit tragen Handzuginstrumentenmacher dazu bei, das kulturelle Erbe und die Tradition der Handzuginstrumente zu bewahren. Sie erhalten und restaurieren alte Instrumente, bewahren historische Techniken und Materialien und geben ihr Wissen an zukünftige Generationen weiter.

Kundenorientierung

Handzuginstrumentenmacher arbeiten oft eng mit Kunden zusammen, um deren individuelle Bedürfnisse und Wünsche zu verstehen und umzusetzen. Sie bieten Beratung bei der Auswahl von Instrumenten, geben Empfehlungen zur Pflege und Wartung und stehen für Reparaturen und Anpassungen zur Verfügung.

Leidenschaft und Engagement

Die Arbeit als Handzuginstrumentenmacher erfordert eine starke Leidenschaft für Musik, Handwerk und traditionelle Instrumente. Es ist ein Beruf, der Engagement und Hingabe erfordert, aber auch große persönliche Erfüllung und Zufriedenheit bietet.

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Mögliche Digitalisierungen als Handzuginstrumentenmacher

  • 3D-Laserscanning

    Durch die Verwendung eines 3-D-Laserscanners können Fehler und Schäden an einem Akkordeon grafisch dargestellt werden.

  • 3D-Druck

    Fertigung von Ersatzteilen und Halterungen für Restaurierungen und Neubauten mit einem 3-D-Drucker.