Ausbildung als Silberschmied
Silberschmiede und -schmiedinnen sind Fachleute, die sich auf das Entwerfen und Gestalten von Waren aus Silber spezialisiert haben. Sie arbeiten jedoch auch mit anderen unedlen Metallen wie Kupfer oder Messing, die sie gegebenenfalls versilbern. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Metall durch verschiedene Techniken zu bearbeiten, wobei das Treiben eine wichtige Rolle spielt. Dabei formen sie beispielsweise Platten aus Silberblech mithilfe von Treibhämmern oder Punzen in eine plastische Form.
Silberschmiede und -schmiedinnen stellen eine Vielzahl von Gegenständen her, darunter Teller, Schalen, Besteck sowie Silberschmiedearbeiten mit Bewegungs- und Verschlussmechanismen wie Etuis oder Dosen. Im Schwerpunkt Metall fertigen sie hauptsächlich Zier- und Gebrauchsgegenstände an, während sie im Schwerpunkt Email Werkstücke mit transparenten oder deckenden Emailfarben dekorieren.
Je nach Arbeitsumfeld können Silberschmiede und -schmiedinnen in Werkstätten tätig sein, in denen sie Einzelstücke nach Kundenwunsch oder eigenen Ideen herstellen. In Silberwarenfabriken hingegen fertigen sie Gegenstände nach vorgegebenen Vorlagen und in kleinen Serien an.
Darüber hinaus können Silberschmiede und -schmiedinnen auch im Verkauf tätig sein. Sie beraten Kunden und verkaufen Silberwaren sowie Schmuck.
Diese Berufsgruppe erfordert handwerkliches Geschick, Kreativität und ein gutes ästhetisches Empfinden. Silberschmiede und -schmiedinnen müssen in der Lage sein, technische Zeichnungen zu lesen und ihre Ideen in handwerkliche Fertigkeiten umzusetzen. Sie sollten auch über Kenntnisse in Materialkunde, Design und Veredelungstechniken verfügen.
Die Arbeit als Silberschmie und -schmiedin bietet vielfältige Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung und erfordert ein hohes Maß an Präzision und Sorgfalt.
Persönliche Interessen
Ausbildungsdetails
| Ausbildungsdauer | 3,5 Jahre |
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Ausbildungsgehalt als Silberschmied
(Abweichungen möglich, Stand: 01. August 2024, Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS))
Ausbildungsverkürzung
Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Silberschmied lässt sich bis auf 2,5 Jahre verkürzen.
Interessante Schulfächer
Chemie
(z.B. zum Verständnis der chemischen Prozesse, die beim Legieren von Metallen stattfinden)
Deutsch
(z.B. für die Beurteilung von Anatomie, Physiologie und Pathologie der Stütz- und Bewegungsorgane)
Wie viel verdient man als Silberschmied
Während der Ausbildung zum Silberschmied erwartet angehende Fachkräfte eine attraktive Vergütung, die sich über die vier Ausbildungsjahre stetig erhöht. Im ersten Jahr beträgt das monatliche Gehalt 1.091 €, gefolgt von 1.159 € im zweiten Jahr und 1.262 € im dritten Jahr. Im abschließenden vierten Jahr steigt die Vergütung auf 1.330 €. Diese kontinuierliche Steigerung spiegelt die zunehmende Verantwortung und das vertiefte Wissen wider, das die Auszubildenden erwerben. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung eröffnet sich ein vielversprechendes Einkommen. Silberschmiede verdienen mindestens 2.278 €, während das durchschnittliche Gehalt bei etwa 2.865 € liegt. In Spitzenpositionen oder bei entsprechender Erfahrung sind sogar Gehälter von bis zu 3.629 € möglich. Diese attraktiven Verdienstmöglichkeiten machen den Beruf des Silberschmieds zu einer interessanten Wahl für kreative Köpfe, die handwerkliches Geschick mit einem guten Einkommen kombinieren möchten.
Was man in der Ausbildung als Silberschmied lernt
Die Ausbildung zum Silberschmied ist ein vielseitiger Prozess, der eine breite Palette von Fertigkeiten und Kenntnissen vermittelt. Die Auszubildenden werden nicht nur in handwerklichen Techniken geschult, sondern auch in wichtigen Aspekten des Berufslebens und des Arbeitsschutzes. Die Ausbildung beginnt mit einer Einführung in das Berufsbild sowie die Struktur und Organisation des Ausbildungsbetriebs. Dabei werden auch Themen wie Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und die rationelle Nutzung von Energie behandelt. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung beinhaltet das Erlernen verschiedener handwerklicher Fertigkeiten, angefangen beim Inbetriebnehmen von Maschinen bis hin zum Auswahl und Vorbereitung von Werk- und Hilfsstoffen. Die Auszubildenden lernen auch, Arbeitsabläufe zu planen, Arbeitsergebnisse zu kontrollieren und Schmuck sowie Geräte zu gestalten und darzustellen.
Dazu gehören auch Techniken wie das Umformen von Metallen, das Trennen und Abtragen, das Fügen, Legieren und Schmelzen von Materialien sowie das Anfertigen von Kleinwerkzeugen und Gußmodellen. Sie werden in der Herstellung von Werkstücken mit Funktionsteilen, Zargen und Fassungen geschult. Ein wichtiger Aspekt der Ausbildung ist auch das Erkennen, Zuordnen und Handhaben von Edelsteinen und organischen Stoffen. Die Auszubildenden lernen, kompletten Schmuck und Geräte zu planen und herzustellen, sowie Oberflächen zu behandeln und zu gestalten. Zudem werden auch Fähigkeiten zum Aufarbeiten, Reparieren und Umarbeiten von Schmuck und Gerät vermittelt, um sicherzustellen, dass die angefertigten Stücke von hoher Qualität und Langlebigkeit sind. Durch diese umfassende Ausbildung sind die Absolventen gut gerüstet, um erfolgreich in der Schmuckherstellung und -reparatur zu arbeiten.
Tipps für Bewerber als Silberschmied
Bewerbung
Als Silberschmied/in arbeitest du mit einem der edelsten Materialien überhaupt – du formst, bearbeitest und veredelst Silber zu Schmuck, Bestecken, Gefäßen oder kunstvollen Objekten. Dabei nutzt du traditionelle Handwerkstechniken wie Löten, Treiben oder Polieren, aber auch moderne Maschinen und Designmethoden. Du brauchst Geduld, handwerkliches Geschick und ein gutes Auge für Formen und Details. In deiner Bewerbung solltest du zeigen, dass du kreativ, präzise und kunsthandwerklich interessiert bist.
- Feingefühl und Geduld: Du arbeitest mit kleinen Werkstücken, bei denen jeder Handgriff zählt.
- Handwerkliches Geschick: Sägen, feilen, löten, polieren – du arbeitest präzise und konzentriert.
- Kreativität: Du gestaltest eigene Entwürfe oder setzt Kundenwünsche kunstvoll um.
- Sorgfalt: Schon kleine Ungenauigkeiten können das Ergebnis beeinflussen.
- Teamfähigkeit: Du arbeitest mit Kolleginnen, Goldschmieden oder Designern zusammen.
Tipp: Wenn du Freude an Handarbeit, Sinn für Ästhetik und Interesse an edlen Materialien hast, erwähne das – es zeigt, dass du das Kunsthandwerk mit Leidenschaft und Respekt ausübst.
Kleidung für das Gespräch
In einem kunsthandwerklichen Beruf zählt ein gepflegtes, authentisches und ruhiges Auftreten. Du solltest zeigen, dass du sorgfältig, geschmackvoll und handwerklich begabt bist.
- Saubere, schlichte Kleidung: Eine gepflegte Jeans oder Stoffhose mit Hemd, Bluse oder Pullover passt gut.
- Dezente Farben: Grau, Dunkelblau oder Beige wirken ruhig und stilvoll.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Hände und Fingernägel sind besonders wichtig – du arbeitest mit feinen Materialien.
- Ruhige, aufmerksame Haltung: Zeigt Konzentration und Präzision.
- Selbstbewusste, freundliche Ausstrahlung: Wirkt professionell und engagiert.
Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der handwerkliche Perfektion und gestalterischen Anspruch vereint – ruhig, konzentriert und kunstsicher.
Mögliche Fragen im Gespräch
Der Ausbildungsbetrieb möchte wissen, ob du handwerkliches Geschick, Geduld und Interesse an Gestaltung mitbringst.
- „Was interessiert Sie besonders am Beruf des Silberschmieds?“
- „Wie gehen Sie vor, wenn ein Werkstück nicht so gelingt, wie Sie es geplant haben?“
- „Wie wichtig ist Ihnen Genauigkeit und Sorgfalt bei der Arbeit?“
- „Haben Sie schon Erfahrungen mit Handarbeit oder Gestaltung gesammelt?“
- „Wie reagieren Sie, wenn Sie längere Zeit an einem aufwendigen Stück arbeiten müssen?“
- „Wie wichtig ist Ihnen das kreative Arbeiten mit edlen Materialien?“
Tipp: Denk an Situationen, in denen du konzentriert, geduldig oder kreativ gearbeitet hast – das zeigt, dass du für die präzise Handarbeit und Kunstfertigkeit dieses Berufs geeignet bist.
Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst
Eigene Fragen zeigen, dass du dich für Materialien, Fertigungstechniken und die künstlerische Seite des Handwerks interessierst.
- „Welche Produkte stellt Ihr Betrieb hauptsächlich her – Schmuck, Gefäße oder Kunstobjekte?“
- „Wie ist die Ausbildung zwischen traditioneller Handarbeit und moderner Technik aufgebaut?“
- „Mit welchen Werkzeugen und Verfahren arbeitet man besonders oft?“
- „Wie viel kreativer Freiraum besteht bei der Gestaltung eigener Stücke?“
- „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Richtung Goldschmied, Meister/in oder Restaurator/in?“
- „Wie wichtig ist Nachhaltigkeit und Materialherkunft in Ihrer Werkstatt?“
Tipp: Frag nach Techniken, Gestaltung und Entwicklung – das zeigt, dass du den Beruf nicht nur als Handwerk, sondern als Kunst mit Präzision und Seele siehst.
Mögliche Karrierechancen als Silberschmied
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Bildende Künste (Studium)
Studium
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Fachmann für kaufmännische Betriebsführung (HwO)
Andere Weiterbildung
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Gemmologe
Andere Weiterbildung
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Gestalter - Edelstein, Schmuck und Gerät
Andere Weiterbildung
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Gold- und Silberschmiedemeister
Meisterweiterbildung
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Industriemeister - Metall
Meisterweiterbildung
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Schmuckdesign (Studium)
Studium
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Technischer Fachwirt
Kaufmännische Weiterbildung
Vorteile des Berufs Silberschmied
Kreativer Ausdruck
Als Silberschmied hast du die Möglichkeit, deine kreativen Ideen und Designs in Form von einzigartigen Schmuckstücken, Bestecken, Dekorationsgegenständen und anderen Kunstwerken auszudrücken. Du kannst mit verschiedenen Techniken wie Schmieden, Gießen, Gravieren und Polieren arbeiten, um maßgeschneiderte Stücke zu schaffen.
Handwerkliche Fertigkeiten
Der Beruf erfordert ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und Präzision. Durch die Arbeit mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien entwickelst du eine Vielzahl von Fertigkeiten, die es dir ermöglichen, hochwertige und ästhetisch ansprechende Schmuckstücke herzustellen.
Tradition und Geschichte
Die Kunst des Silberschmiedens hat eine lange Tradition und Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Als Silberschmied hast du die Möglichkeit, diese Tradition fortzusetzen und dein Handwerk in einer Branche auszuüben, die reich an Kultur und Erbe ist.
Individualität und Einzigartigkeit
Jedes von einem Silberschmied hergestellte Stück ist ein Unikat, das von Hand gefertigt wurde. Im Zeitalter der Massenproduktion bietet die Möglichkeit, individuelle und maßgeschneiderte Schmuckstücke anzufertigen, einen einzigartigen Wert für Kunden, die nach persönlichen und einzigartigen Geschenken suchen.
Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein
Viele Silberschmiede legen Wert auf Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Praktiken, indem sie recyceltes Silber verwenden und auf umweltschonende Herstellungsprozesse achten. Dies ermöglicht es ihnen, qualitativ hochwertige Produkte anzubieten, die gleichzeitig umweltfreundlich sind.
Gemeinschaft und Austausch
Der Beruf des Silberschmieds bietet die Möglichkeit, Teil einer vielfältigen und kreativen Gemeinschaft von Handwerkern, Künstlern und Designern zu sein. Durch Workshops, Messen und Ausstellungen kannst du dich mit Gleichgesinnten vernetzen, Ideen austauschen und von anderen Fachleuten lernen.
Mögliche Digitalisierungen als Silberschmied
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3D-Druck
3D-Drucker verwenden, um Gussdekorationen für Schmuckstücke aus Silber herzustellen.
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Augmented-Reality-Visualisierung
In Verkaufsgesprächen und Kundenberatung AR-Anwendungen zur Anprobe virtueller Schmuckstücke nutzen.
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3D-Laserscanning
Mithilfe von 3D-Scannern Modelle und Prototypen einscannen, um sie anschließend für die Weiterverarbeitung in CAD-Programmen zu nutzen.