Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter (m/w/d)

Wirtschaft, Verwaltung
Abbildung zwei Hände tippen auf einem Laptop

Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

Ein Rechtsstreit vor Gericht oder ein Hauskauf mit notariellem Kaufvertrag – irgendwann braucht man professionellen Rechtsbeistand. Damit Anwalt und Notar sich auf das Wesentliche konzentrieren können, haben sie fachkundige Unterstützung durch Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte: diese nehmen Vertretungs- und Beurkundungsaufträge entgegen, vereinbaren Termine und bereiten diese vor. Sie führen Akten, Register sowie Termin- und Fristenkalender und stellen Unterlagen und Informationen zusammen. In notariellen Angelegenheiten fordern sie Dokumente für Beurkundungen an, z.B. bei der Ausfertigung von Grundstückskaufverträgen. Nach Vorgaben der Anwaltsnotare verfassen sie Schriftstücke zu Rechtsstreitigkeiten, Mahnungen und Zwangsvollstreckungen. Sie entwerfen Erbscheinanträge, Vollmachten, eidesstattliche Versicherungen und einfache Verträge. Darüber hinaus berechnen sie Gebühren, stellen Rechnungen, überwachen und verbuchen Zahlungseingänge und bearbeiten die Korrespondenz.

Ausbildungsanfänger in Deutschland

  • 49%
  • 47%
  • 3%
  • 1%
  • 1%
  • Mittlerer Bildungsabschluss 49%
  • Hochschulreife 47%
  • Mittelschulabschluss 3%
  • ohne Mittelschulabschluss 1%
  • Sonstige 1%

Ausbildungsdetails

Ausbildungsdauer 3 Jahre

Ausbildungsgehalt als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

  • 1. Ausbildungsjahr 971 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.075 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.174 €

(Abweichungen möglich, Stand: 01. Januar 2025, Quelle: Bundesrechtanwaltskammer)

Ausbildungsverkürzung

Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.

Weitere Informationen

Mögliche Berufsschulen für Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

2 Ausbildungsplätze Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter vorhanden

Benötigte Stärken

Abbildung Notizen und Planungsunterlagen

Organisationsfähigkeit

(z.B. beim Vereinbaren von Terminen mit Mandanten und beim Einstellen auf die Anliegen unterschiedlicher Mandanten)

Abbildung Buchstabenreihe

Deutschkenntnisse

(z.B. beim Verfassen von juristischen Dokumenten und Schriftstücken)

Abbildung einmal Dominosteine sortiert und einmal Dominosteine durcheinander

Sorgfalt

(z.B. beim Einhalten von Fristen und Gerichtsterminen)

Abbildung Menschenkette die sich gegenseitig hilft um auf einem Berg zu kommen

Hilfsbereitschaft

(z.B. bei der Unterstützung von Mandaten Dokumente vorzubereiten)

Abbildung Verkäuferin berät einen Kunden

Kunden- & Serviceorientierung

(z.B. Eingehen auf die Bedürfnisse der Mandanten)

Interessante Schulfächer

Englisch

(z.B. im grenzüberschreitenden Rechtsverkehr)

Deutsch

(z.B. beim Erstellen von Schriftstücken wie Verträgen)

Wirtschaft / Recht

(z.B. beim Informieren von Mandanten über den Sachstand von Rechtsangelegenheiten)

Informatik

(z.B. zügiges Schreiben am PC)

Wie viel verdient man als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

Während der Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten verdienen Auszubildende im ersten Jahr 833 €, im zweiten Jahr 933 € und im dritten Jahr 1.031 €. Diese Vergütung spiegelt die zunehmende Verantwortung und das wachsende Fachwissen wider, das während der Ausbildung erworben wird. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung öffnet sich ein breites Spektrum an Verdienstmöglichkeiten. Einsteiger können mit einem Gehalt von mindestens 2.500 € rechnen, während das durchschnittliche Einkommen bei etwa 3.090 € liegt. Erfahrene Fachangestellte können sogar bis zu 3.908 € pro Monat verdienen. Diese attraktiven Gehälter machen die Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten zu einer lohnenden Wahl für Interessierte an der Rechtsberatung und -verwaltung.

Was man in der Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter lernt

Während der Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten eignen sich die Auszubildenden ein breites Spektrum an Kenntnissen an, die für ihre zukünftige berufliche Laufbahn essentiell sind. Zu Beginn liegt ein Fokus auf der Rechtsanwendung in verschiedenen Rechtsgebieten. Hierzu gehört das Liegenschaftsrecht, welches sich mit Rechtsfragen rund um Immobilien und Grundstücke beschäftigt. Ebenso wird in den Bereichen des Familien- und Erbrechts ausgebildet, wo es um die rechtliche Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen sowie um die Regelung von Nachlässen geht. Ein weiteres wichtiges Ausbildungsfeld ist das Registerrecht, das die Registrierung und Verwaltung von juristischen Dokumenten und Angaben, beispielsweise in Handels- und Vereinsregistern, umfasst. Neben diesen rechtlichen Grundlagen lernen die Auszubildenden auch die Grundzüge der Anwaltsvergütung, der Notarkosten und der Gerichtskosten kennen. Hierbei geht es darum, wie Kosten in juristischen Verfahren entstehen, berechnet und abgerechnet werden. Dies schließt die Vergütungsgrundsätze ein, sowie die spezifischen Vergütungsregelungen in Zivilprozessen, in Prozesskosten- und Beratungshilfeverfahren sowie in der Zwangsvollstreckung.

Die Auszubildenden setzen sich auch mit der Kostentragung und der Kostenfestsetzung auseinander, lernen die unterschiedlichen Arten der Gerichtskosten kennen und wie diese im Rahmen juristischer Verfahren geltend gemacht werden können. Des Weiteren werden Kenntnisse im bürgerlichen Recht vermittelt, welches die Grundlage des privaten Rechts darstellt, sowie in den spezielleren Bereichen des Wirtschafts- und Europarechts. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist der Erwerb von praktischen Fähigkeiten im Rechnungs- und Finanzwesen sowie im Zahlungsverkehr. Dies umfasst die Aktenbuchhaltung und die sachgerechte Verwaltung von Mandantengeldern. Auch die Kommunikation und Betreuung von Mandanten oder Beteiligten, sowie das Management von Konferenzen und Besprechungen, spielen eine wichtige Rolle. Hierbei geht es um die Entwicklung von Fähigkeiten, die für eine serviceorientierte Betreuung notwendig sind. Schließlich wird auch die fachbezogene Anwendung der englischen Sprache geschult, um den Auszubildenden die Kommunikation in einem internationalen Umfeld zu ermöglichen. Dieser Aspekt ist besonders im Hinblick auf die zunehmende Globalisierung und die europäische Integration von Bedeutung. Insgesamt erhalten die Auszubildenden durch diese umfangreiche Ausbildung eine solide Basis, um in ihrem späteren Berufsleben als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte erfolgreich agieren zu können.

Tipps für Bewerber als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

Bewerbung

Als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r arbeitest du an der Schnittstelle zwischen Recht, Verwaltung und Mandantenbetreuung. Du bereitest Schriftstücke und Verträge vor, vereinbarst Termine, führst Akten und sorgst dafür, dass Fristen eingehalten werden. Dabei unterstützt du Rechtsanwälte und Notare bei der täglichen Arbeit mit hoher Sorgfalt und Diskretion. In deiner Bewerbung solltest du zeigen, dass du verantwortungsbewusst, zuverlässig und sprachlich sicher bist.

  •  Sorgfalt und Genauigkeit: In rechtlichen Angelegenheiten zählt jedes Wort – Fehler dürfen nicht passieren.
  •  Organisationstalent: Du behältst Fristen, Dokumente und Abläufe im Blick.
  •  Kommunikationsfähigkeit: Du hast Kontakt mit Mandanten, Gerichten und Behörden.
  •  Vertraulichkeit: Du gehst respektvoll mit sensiblen Informationen um.
  •  Teamfähigkeit: Du arbeitest eng mit Anwälten, Notaren und Kolleginnen im Büro zusammen.

Tipp: Wenn du strukturiert arbeitest, dich für Recht und Sprache interessierst und gern Verantwortung übernimmst, erwähne das – es zeigt, dass du die Genauigkeit und das Vertrauen für diesen Beruf mitbringst.

Kleidung für das Gespräch

In Kanzleien zählt ein gepflegtes, seriöses und ruhiges Auftreten. Du solltest zeigen, dass du Diskretion, Zuverlässigkeit und Professionalität verkörperst.

  •  Formelle, gepflegte Kleidung: Eine Stoffhose oder ein Rock mit Bluse oder Hemd, bei Männern gern mit Sakko.
  •  Dezente Farben: Grau, Dunkelblau oder Beige wirken seriös und professionell.
  •  Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Hände, ordentliche Frisur und dezentes Make-up – unterstreicht Verlässlichkeit.
  •  Ruhige, höfliche Ausstrahlung: Zeigt Konzentration, Respekt und Kommunikationsstärke.
  •  Selbstbewusste Haltung: Macht deutlich, dass du souverän auftrittst und Verantwortung übernehmen kannst.

Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der Vertrauen schafft – sachlich, freundlich und gewissenhaft. So überzeugst du in einer Kanzlei oder einem Notariat.

Mögliche Fragen im Gespräch

Der Ausbildungsbetrieb möchte wissen, ob du strukturiert arbeitest und die Bedeutung von Genauigkeit und Verschwiegenheit verstehst.

  •  „Was interessiert Sie am Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten?“
  •  „Wie gehen Sie mit vertraulichen Informationen um?“
  •  „Wie behalten Sie den Überblick, wenn viele Aufgaben gleichzeitig anfallen?“
  •  „Wie reagieren Sie, wenn eine Frist kurz vor Ablauf steht?“
  •  „Wie wichtig ist Ihnen sorgfältige schriftliche Arbeit?“
  •  „Wie würden Sie mit einem verärgerten Mandanten umgehen?“

Tipp: Denk an Situationen, in denen du konzentriert gearbeitet, Verantwortung übernommen oder ruhig mit Menschen kommuniziert hast – das zeigt, dass du die richtige Haltung für den Kanzleialltag hast.

Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst

Eigene Fragen zeigen, dass du dich für die Abläufe und den juristischen Hintergrund des Berufs interessierst.

  •  „Wie ist die Ausbildung zwischen Büroarbeit, Gerichtskorrespondenz und Mandantenkontakt aufgebaut?“
  •  „Welche Tätigkeiten übernehmen Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr?“
  •  „Wie eng arbeiten Rechtsanwälte und Notare im Kanzleialltag zusammen?“
  •  „Wie wird man auf die rechtlichen Grundlagen in der Ausbildung vorbereitet?“
  •  „Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung gibt es nach der Ausbildung – z. B. Fachwirt/in im Rechtswesen?“
  •  „Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrer Kanzlei aus?“

Tipp: Frag nach Verantwortungsbereichen, Weiterbildung und Kanzleialltag – das zeigt, dass du den Beruf nicht nur als Bürojob siehst, sondern als verantwortungsvolle Aufgabe in der Welt des Rechts.
 

Mögliche Karrierechancen als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

Vorteile des Berufs Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

Rechtsgrundlagen

Auszubildende erlernen die Grundlagen des deutschen Rechtssystems, einschließlich Zivil-, Straf- und Familienrecht sowie des Grundbuch- und Notarrechts. Dieses Wissen ist entscheidend, um rechtliche Dokumente zu verstehen und zu bearbeiten.

Büro- und Verwaltungsarbeiten

Die Auszubildenden erwerben Fähigkeiten in der Büroorganisation, Dokumentenverwaltung und in der Kommunikation. Dazu gehören der Umgang mit der Post, die Aktenführung und die Terminplanung.

Kommunikation mit Mandanten und Behörden

Die Ausbildung vermittelt Fertigkeiten in der professionellen Kommunikation mit Mandanten, Gerichten und anderen Behörden. Die Auszubildenden lernen, Anfragen zu bearbeiten, Schriftsätze zu erstellen und Besprechungen zu koordinieren.

Rechtsdokumente und Schriftverkehr

Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Erstellen und Bearbeiten von rechtlichen Dokumenten, wie Verträgen, Klageschriften oder Vollmachten. Die Auszubildenden lernen, Schriftstücke nach juristischen und formellen Vorgaben zu verfassen.

Abrechnung und Buchhaltung

Die Auszubildenden erlernen die Grundlagen der Kostenrechnung und Gebührenabrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Dies umfasst auch allgemeine buchhalterische Tätigkeiten.

Notarielle Tätigkeiten

Im Notariat lernen die Auszubildenden, Urkunden und Verträge zu entwerfen, Beurkundungsverfahren durchzuführen und die entsprechende Abwicklung, wie die Eintragungen in das Grundbuch oder Handelsregister.

Fristen und Termine

Ein wesentlicher Aspekt der Tätigkeit ist das Fristenmanagement. Die Auszubildenden lernen, Fristen zu berechnen, zu überwachen und sicherzustellen, dass alle notwendigen Schritte innerhalb der gesetzlichen oder vertraglichen Fristen unternommen werden.

Datenschutz und Diskretion

Da Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte häufig mit vertraulichen Informationen arbeiten, ist die Ausbildung auch in den Bereichen Datenschutz und Verschwiegenheit angesiedelt.

Praktische Erfahrung

Praktische Phasen in Kanzleien oder Notariaten sind ein integraler Bestandteil der Ausbildung und ermöglichen es den Auszubildenden, ihr erlerntes Wissen direkt in der Praxis anzuwenden.

Häufige Fragen zum Ausbildungsberuf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter

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