Rechtsanwaltsfachangestellter (m/w/d)

Wirtschaft, Verwaltung
Abbildung Justizia und Frau vor einem Laptop

Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter

Keine Kanzlei kommt ohne sie aus, denn sie sind die rechte Hand der Rechtsanwälte: die Rechtsanwaltsfachangestellten. Sie übernehmen organisatorische sowie kaufmännische Tätigkeiten und wickeln die Kommunikation mit Mandanten ab. Sie führen Akten und Register sowie Termin-, Fristen- und Wiedervorlagekalender und fertigen Schriftsätze an z.B. für Zivil- und Strafprozesse oder Miet- und Arbeitsgerichtsstreitigkeiten. Zudem berechnen sie Forderungen und bereiten Schriftstücke für Mahnverfahren und Zwangsvollstreckungen vor. Darüber hinaus berechnen sie Gebühren, stellen Rechnungen, überwachen und verbuchen Zahlungseingänge und bearbeiten die Korrespondenz.

Alles für die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter https://con.arbeitsagentur.de/prod/berufetv/detailansicht/0;filmId=Bv3Nuj26nysG_hfppHa_ge

Ausbildungsanfänger in Deutschland

  • 50%
  • 41%
  • 7%
  • 1%
  • 1%
  • Mittlerer Bildungsabschluss 50%
  • Hochschulreife 41%
  • Mittelschulabschluss 7%
  • ohne Mittelschulabschluss 1%
  • Sonstige 1%

Ausbildungsdetails

Ausbildungsdauer 3 Jahre

Ausbildungsgehalt als Rechtsanwaltsfachangestellter

  • 1. Ausbildungsjahr 971 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.075 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.174 €

(Abweichungen möglich, Stand: 01. Januar 2025, Quelle: Bundesrechtsanwaltskammer)

Ausbildungsverkürzung

Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Rechtsanwaltsfachangestellter lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.

Weitere Informationen

Mögliche Berufsschulen für Rechtsanwaltsfachangestellter

10 Ausbildungsplätze Rechtsanwaltsfachangestellter vorhanden

Benötigte Stärken

Abbildung Buchstabenreihe

Deutschkenntnisse

(z.B. beim Verfassen von juristischen Dokumenten und Schriftstücken)

Abbildung einmal Dominosteine sortiert und einmal Dominosteine durcheinander

Sorgfalt

(z.B. beim Einhalten von Fristen und Gerichtsterminen)

Abbildung Notizen und Planungsunterlagen

Organisationsfähigkeit

(z.B. bei der Terminvereinbarung mit Mandanten)

Abbildung Verkäuferin berät einen Kunden

Kunden- & Serviceorientierung

(z.B. beim Eingehen auf die Bedürfnisse der Mandanten)

Abbildung eine Frau die, die Turnfigur Brücke macht

Flexibilität

(z.B. beim Reagieren auf die unterschiedlichen Anliegen der Mandanten)

Interessante Schulfächer

Deutsch

(z.B. beim Erstellen von Schriftstücken wie Verträge und Rechtsgutachten)

Wirtschaft / Recht

(z.B. beim Informieren von Mandanten über den Sachstand von Rechtsangelegenheiten)

Mathematik

(z.B. für die Berechnung von Kosten und Zinsen)

Wie viel verdient man als Rechtsanwaltsfachangestellter

Während der Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten erhalten Auszubildende im ersten Jahr ein monatliches Gehalt von 833 Euro. Im zweiten Jahr steigt das Einkommen auf 933 Euro, und im dritten Jahr können bereits 1.031 Euro verdient werden. Diese progressive Gehaltsstruktur spiegelt die zunehmenden Kenntnisse und Verantwortlichkeiten wider, die im Laufe der Ausbildung übernommen werden. Nach Abschluss der Ausbildung eröffnet sich ein vielversprechendes Gehaltsniveau: Rechtsanwaltsfachangestellte verdienen mindestens 2.500 Euro pro Monat. Im Durchschnitt liegt das Gehalt bei etwa 3.090 Euro, wobei erfahrene Fachkräfte sogar bis zu 3.908 Euro verdienen können. Dieses attraktive Verdienstpotential macht die Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten zu einer lohnenden Karrierewahl, die sowohl finanzielle Stabilität als auch berufliche Entwicklungsperspektiven bietet.

Was man in der Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter lernt

Während seiner Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten erwirbt der angehende Fachmann ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Kenntnissen, die ihn befähigen, effektiv und professionell in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten. Zu den grundlegenden Kompetenzen gehört die Fähigkeit zur mandanten- oder beteiligtenorientierten Kommunikation und serviceorientierten Betreuung. Der angehende Rechtsanwaltsfachangestellte lernt, mit Mandanten und anderen Beteiligten in einem Rechtsfall effektiv zu kommunizieren und sie angemessen zu betreuen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Konferenz- und Besprechungsmanagement. Hierbei erwirbt der Auszubildende die Fähigkeiten, Besprechungen und Konferenzen zu organisieren, Termine zu koordinieren und Protokolle zu führen. Die fachbezogene Anwendung der englischen Sprache ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Da viele Rechtsdokumente und Kommunikationen auch in englischer Sprache verfasst werden, ist es wichtig, dass der angehende Rechtsanwaltsfachangestellte über gute Englischkenntnisse verfügt. Des Weiteren erlernt der Auszubildende Büro- und Verwaltungsarbeiten, darunter die Aktenverwaltung und Dokumentation sowie das Fristen- und Terminmanagement. Hierbei geht es darum, Akten ordnungsgemäß zu verwalten, Dokumente zu archivieren und Fristen sowie Termine zu überwachen und einzuhalten.

Ein wichtiger Aspekt der Ausbildung ist auch die Arbeit im Team. Der angehende Rechtsanwaltsfachangestellte lernt, effektiv mit anderen Teammitgliedern zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Die Textgestaltung ist ein weiterer Bestandteil der Ausbildung. Der Auszubildende erwirbt die Fähigkeit, rechtliche Dokumente und Schreiben professionell zu verfassen. Zudem werden Kenntnisse über Informations- und Kommunikationssysteme vermittelt sowie der Umgang mit dem elektronischen Rechtsverkehr gelehrt. Datenschutz und Datensicherheit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Bereich Rechnungs- und Finanzwesen erwirbt der Auszubildende Kenntnisse über Zahlungsverkehr, Aktenbuchhaltung sowie die Handhabung von Gesetzen und Verordnungen. Hierzu zählen auch das Europarecht, Zivilrecht und Vergütungsgrundsätze. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vergütung im Zivilprozess, in Prozesskosten- und Beratungshilfeverfahren sowie in der Zwangsvollstreckung. Der Auszubildende lernt, die Kosten zu tragen und festzusetzen und versteht die Struktur der Gerichtskosten. Insgesamt ist die Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten sehr vielseitig und bietet eine solide Grundlage für eine Karriere in einer Anwaltskanzlei.

Tipps für Bewerber als Rechtsanwaltsfachangestellter

Bewerbung

Als Rechtsanwaltsfachangestellte/r unterstützt du Anwältinnen und Anwälte bei ihrer täglichen Arbeit – vom Führen von Akten über das Erstellen von Schreiben bis zur direkten Betreuung von Mandantinnen und Mandanten. Du organisierst Termine, überwachst Fristen, bereitest Gerichtsunterlagen vor und sorgst dafür, dass im Kanzleialltag alles reibungslos läuft. Dabei brauchst du Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein und Freude an Kommunikation. In deiner Bewerbung solltest du zeigen, dass du zuverlässig, konzentriert und sprachlich sicher bist.

  •  Organisationstalent: Du hältst Fristen ein, planst Abläufe und behältst auch bei viel Papier den Überblick.
  •  Sorgfalt: In rechtlichen Dokumenten zählt jedes Detail – Genauigkeit ist Pflicht.
  •  Kommunikationsfähigkeit: Du telefonierst mit Mandanten, Behörden und Gerichten – freundlich und verbindlich.
  •  Vertraulichkeit: Du gehst diskret mit sensiblen Informationen um.
  •  Teamfähigkeit: Du arbeitest eng mit Anwälten und Kolleginnen im Büro zusammen.

Tipp: Wenn du strukturiert arbeitest, sprachlich fit bist und gern Verantwortung übernimmst, erwähne das – es zeigt, dass du die Ruhe und Präzision mitbringst, die dieser Beruf verlangt.

Kleidung für das Gespräch

In einer Kanzlei zählt ein gepflegtes, seriöses und höfliches Auftreten. Du solltest zeigen, dass du professionell, zuverlässig und respektvoll bist.

  •  Formelle, ordentliche Kleidung: Eine Stoffhose oder ein Rock mit Bluse oder Hemd, bei Männern gern mit Sakko.
  •  Dezente Farben: Grau, Dunkelblau oder Beige wirken seriös und vertrauenswürdig.
  •  Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Hände, ordentliche Frisur und dezentes Make-up vermitteln Professionalität.
  •  Ruhige, höfliche Ausstrahlung: Zeigt Verlässlichkeit, Aufmerksamkeit und Menschenkenntnis.
  •  Selbstbewusste, freundliche Haltung: Wirkt sicher und respektvoll – genau wie man es von jemandem erwartet, der in einer Kanzlei arbeitet.

Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der Verantwortung übernehmen kann und Vertrauen ausstrahlt – ruhig, präzise und verlässlich.

Mögliche Fragen im Gespräch

Der Ausbildungsbetrieb möchte wissen, ob du die Bedeutung von Genauigkeit, Diskretion und Organisation verstehst.

  •  „Was interessiert Sie am Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten?“
  •  „Wie gehen Sie mit vertraulichen Informationen um?“
  •  „Wie behalten Sie den Überblick, wenn mehrere Fristen gleichzeitig laufen?“
  •  „Wie reagieren Sie, wenn ein Mandant aufgebracht oder unzufrieden ist?“
  •  „Welche Rolle spielt Sprache und Rechtschreibung für Sie in der Büroarbeit?“
  •  „Wie arbeiten Sie im Team, wenn es stressig wird?“

Tipp: Denk an Beispiele, in denen du konzentriert gearbeitet, Verantwortung übernommen oder freundlich kommuniziert hast – das zeigt, dass du für den Kanzleiberuf bereit bist.

Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst

Eigene Fragen zeigen, dass du dich für den Kanzleialltag und die Organisation des Berufs interessierst.

  •  „Wie ist die Ausbildung zwischen Büroarbeit, Gerichtsverkehr und Mandantenkontakt aufgebaut?“
  •  „Welche Aufgaben übernehmen Auszubildende im ersten Jahr?“
  •  „Wie arbeiten Rechtsanwälte und Fachangestellte im Alltag zusammen?“
  •  „Welche Programme oder digitalen Systeme nutzen Sie in der Kanzlei?“
  •  „Welche Möglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. zur Weiterbildung als Rechtsfachwirt/in?“
  •  „Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrer Kanzlei aus?“

Tipp: Frag nach Aufgaben, Arbeitsabläufen und Weiterbildung – das zeigt, dass du nicht nur eine Ausbildung suchst, sondern den Beruf mit Interesse und Verantwortung ergreifen möchtest.
 

Mögliche Karrierechancen als Rechtsanwaltsfachangestellter

Vorteile des Berufs Rechtsanwaltsfachangestellter

Rechtliche Grundlagen

Die Auszubildenden erwerben Kenntnisse in verschiedenen Rechtsgebieten wie Zivilrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Strafrecht. Sie lernen die Grundlagen, die für die Unterstützung von Rechtsanwälten in ihrer täglichen Arbeit erforderlich sind.

Kommunikation und Mandantenbetreuung

Ein wesentlicher Teil der Ausbildung befasst sich mit der Kommunikation, sowohl schriftlich als auch mündlich. Die Auszubildenden lernen, professionell mit Mandanten umzugehen, Anfragen zu bearbeiten und Beratungstermine zu koordinieren.

Büro- und Verwaltungsmanagement

Die Auszubildenden erwerben Fähigkeiten in der Büroorganisation und im Management von Kanzleiabläufen. Dazu gehören Aktenführung, Terminplanung, Postbearbeitung und die Verwaltung elektronischer Dokumente.

Schriftverkehr und Dokumentenerstellung

Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Erstellen juristischer Schriftstücke wie Klageschriften, Verträge und Vollmachten. Die Auszubildenden lernen, wie man Dokumente korrekt formuliert und gestaltet.

Kosten- und Gebührenrecht

Die Auszubildenden lernen, Gebührenabrechnungen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) zu erstellen. Sie verstehen, wie man Mandanten abrechnet und wie man mit Gerichtskosten umgeht.

Fristenmanagement

Die Einhaltung von Fristen ist in der Rechtspraxis von entscheidender Bedeutung. Die Auszubildenden lernen, Fristen zu berechnen, zu überwachen und zu dokumentieren, um sicherzustellen, dass alle notwendigen juristischen Schritte rechtzeitig unternommen werden.

Umgang mit Rechtsdokumenten

Die Ausbildung umfasst den Umgang mit verschiedenen Rechtsdokumenten, einschließlich der Einreichung bei Gerichten und Behörden sowie der Archivierung in der Kanzlei.

Datenschutz und Vertraulichkeit

Rechtsanwaltsfachangestellte müssen die Vertraulichkeit von Mandantendaten sicherstellen. Die Ausbildung betont die Bedeutung des Datenschutzes und der Einhaltung von Vertraulichkeitsvereinbarungen.

Praktische Erfahrung

Wie bei vielen beruflichen Ausbildungen umfasst auch die Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten praktische Phasen, in denen die Auszubildenden in einer Kanzlei arbeiten. Dies ermöglicht es ihnen, die erlernten Fähigkeiten in einem realen Arbeitsumfeld anzuwenden.

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Mögliche Digitalisierungen als Rechtsanwaltsfachangestellter

  • E-Akte

    Abrufen von digitalen Gerichtsakten.

  • Legal Technology

    Einsatz von Software und Online-Diensten zur Automatisierung oder Unterstützung von juristischen Arbeitsprozessen.

  • Compliance-Management-Systeme - CMS

    Überwachung der Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen mittels Compliance-Management-Systemen.

  • E-Invoicing

    Versenden von Rechnungen für Beratungsdienstleistungen mithilfe von Buchhaltungssoftware.