Industriekaufmann/-frau (m/w/d)

Wirtschaft, Verwaltung
Abbildung Mann im Büro telefoniert und hat einen Schriftsatz in der Hand

Ausbildung als Industriekaufmann/-frau

Sie sind für die Steuerung betriebswirtschaftlicher Abläufe in Unternehmen verantwortlich: die Industriekaufleute. In der Materialwirtschaft vergleichen sie Angebote, verhandeln mit Lieferanten und betreuen die Warenannahme und -lagerung. In der Produktionswirtschaft planen, steuern und überwachen sie die Herstellung von Waren oder Dienstleistungen und erstellen Auftragsbegleitpapiere. Kalkulationen und Preislisten zu erarbeiten und mit den Kunden Verkaufsverhandlungen zu führen, gehört im Verkauf zu ihrem Zuständigkeitsbereich. Außerdem erarbeiten sie Marketingstrategien. Sind sie in den Bereichen Rechnungswesen bzw. Finanzwirtschaft tätig, bearbeiten, buchen und kontrollieren sie die im Geschäftsverkehr anfallenden Vorgänge. Im Personalwesen ermitteln sie den Bedarf an Mitarbeitern, wirken bei der Personalbeschaffung bzw. -auswahl mit und planen den Personaleinsatz.

Ausbildungsanfänger in Deutschland

  • 70%
  • 27%
  • 2%
  • 1%
  • 1%
  • Hochschulreife 70%
  • Mittlerer Bildungsabschluss 27%
  • Mittelschulabschluss 2%
  • ohne Mittelschulabschluss 1%
  • Sonstige 1%

Ausbildungsdetails

Ausbildungsdauer 3 Jahre

Ausbildungsgehalt als Industriekaufmann/-frau

  • 1. Ausbildungsjahr 1.000 € bis 1.264 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.050 € bis 1.324 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.090 € bis 1.401 €

(Abweichungen möglich, Stand: 01. September 2025, Quelle: IG Metall)

Ausbildungsverkürzung

Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Industriekaufmann/-frau lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.

Weitere Informationen

Mögliche Berufsschulen für Industriekaufmann/-frau

259 Ausbildungsplätze Industriekaufmann/-frau vorhanden

Benötigte Stärken

Abbildung Buchstabenreihe

Deutschkenntnisse

(z.B. beim Erstellen von Angeboten und Berichten)

Abbildung Notizen und Planungsunterlagen

Organisationsfähigkeit

(z.B. beim Führen von kosteneffizienten Verhandlungen mit Lieferanten)

Abbildung zwei junge Männer machen ein Selfie mit drei jungen Frauen

Beziehungsfähigkeit

(z.B. bei der Beratung von Kunden und der Berücksichtigung von Kundenwünschen)

Abbildung Person die auf einer Slackline balanciert

Konzentrationsfähigkeit

(z.B. durch Aufmerksamkeit bei schwierigen und gefährlichen Aufgaben)

Abbildung Person vor einem Laptop

Computerkenntnisse

(z.B. für den Umgang mit Word, Excel und PowerPoint)

Abbildung Verkäuferin berät einen Kunden

Kunden- & Serviceorientierung

(z.B. um Verkaufsverhandlungen zu führen)

Interessante Schulfächer

Wirtschaft / Recht

(z.B. zum Verstehen der im Geschäftsverkehr anfallenden Vorgänge)

Mathematik

(z.B. bei der Berechnung und Verbuchung von anfallenden Kosten)

Deutsch

(z.B. bei der Bearbeitung eingehender Kundenanfragen)

Wie viel verdient man als Industriekaufmann/-frau

Während der Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau liegt das Gehalt im ersten Ausbildungsjahr bei bis zu 1.124 €. Im zweiten Jahr erhöht sich das Einkommen auf bis zu 1.184 €, und im dritten Jahr können bis zu 1.261 € erzielt werden. Nach Abschluss der Ausbildung steigen die Verdienstmöglichkeiten erheblich. Einstiegsgehälter beginnen bei mindestens 3.313 €, können im Durchschnitt auf etwa 4.207 € ansteigen und bis zu 5.543 € erreichen. Diese Gehaltsentwicklung spiegelt die wachsende Verantwortung und Expertise wider, die mit zunehmender Berufserfahrung einhergeht. Die Gehaltsaussichten machen die Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau zu einer attraktiven beruflichen Wahl.

Was man in der Ausbildung als Industriekaufmann/-frau lernt

Die Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Industriekauffrau bereitet die Auszubildenden auf eine Vielzahl von Aufgaben im betrieblichen Geschehen vor. Sie beginnt mit einer Einführung in die Geschäftsprozesse und Märkte, einschließlich der Analyse von Märkten, Kunden, Produkten und Dienstleistungen, was die Basis für das Verständnis des Wirtschaftslebens bildet. Ein wichtiger Teil der Ausbildung befasst sich mit Geschäftsprozessen und organisatorischen Strukturen innerhalb eines Unternehmens. Hierbei lernen die Auszubildenden, wie Informationen effektiv kommuniziert und Arbeitsprozesse organisiert werden. Dazu gehört auch die Informationsbeschaffung und -verarbeitung sowie die Anwendung von Informations- und Kommunikationssystemen, die für die Planung und Organisation von Geschäftsprozessen unerlässlich sind. Teamarbeit, Kommunikation und Präsentation sind Schlüsselelemente der Ausbildung, die die Auszubildenden auf die Zusammenarbeit und effektive Kommunikation innerhalb des Unternehmens und mit externen Partnern vorbereiten. Die Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben erweitert ihre Fähigkeit, international zu agieren. Die Ausbildung vermittelt auch Kenntnisse in integrativen Unternehmensprozessen wie Logistik, Qualität und Innovation sowie Finanzierung und Controlling. Marketing und Absatz sind ebenfalls wesentliche Bestandteile, die die Auszubildenden befähigen, Produkte und Dienstleistungen erfolgreich am Markt zu positionieren.

In der Auftragsabwicklung lernen die Industriekaufleute alle Phasen von der Anbahnung und Vorbereitung über die Bearbeitung bis hin zur Nachbereitung und dem Service kennen. Dies umfasst auch die Beschaffung und Bevorratung von Materialien, die Bedarfsermittlung und Disposition sowie die Bestelldurchführung und die Verwaltung von Beständen. Der Bereich Personal deckt die Rahmenbedingungen, Personalplanung, Personaldienstleistungen und Personalentwicklung ab. Dies bereitet die Auszubildenden darauf vor, Verantwortung für die Mitarbeiter eines Unternehmens zu übernehmen. Die Leistungserstellung, einschließlich der Erstellung von Produkten und Dienstleistungen sowie der Prozessunterstützung, ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die Auszubildenden lernen, wie Leistungen abgerechnet werden und setzen sich mit Buchhaltungsvorgängen sowie mit der Kosten- und Leistungsrechnung auseinander. Abschließend befasst sich die Ausbildung mit der Erfolgsrechnung und dem Abschluss, um die Auszubildenden in die Lage zu versetzen, die wirtschaftliche Leistung des Unternehmens zu analysieren und zu bewerten. Fachaufgaben im gewählten Einsatzgebiet, wie beispielsweise spezifische Lösungen und die Koordination einsatzgebietsspezifischer Aufgaben und Prozesse, runden die Ausbildung ab und bereiten die Auszubildenden auf ihre spezifischen Rollen im Unternehmen vor.

Tipps für Bewerber als Industriekaufmann/-frau

Bewerbung

Als Industriekaufmann/-frau arbeitest du in Unternehmen aller Branchen – du kaufst Waren ein, planst Produktionsabläufe, kümmerst dich um Personal, Buchhaltung und Vertrieb. Du hältst das organisatorische Rückgrat eines Betriebs am Laufen und sorgst dafür, dass Abläufe reibungslos funktionieren. Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du zuverlässig, organisiert und an wirtschaftlichen Zusammenhängen interessiert bist.

  •  Organisationstalent: Du koordinierst Abläufe, planst Termine und behältst den Überblick über viele Aufgaben.
  •  Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein: Du arbeitest mit wichtigen Daten, Rechnungen und Verträgen – Genauigkeit ist entscheidend.
  •  Kommunikationsfähigkeit: Du stehst im Kontakt mit Kunden, Lieferanten und Kollegen – klare, freundliche Kommunikation ist wichtig.
  •  Zahlenverständnis: Im Rechnungswesen und Controlling musst du sicher mit Zahlen umgehen können.
  •  Lernbereitschaft: Du durchläufst viele Abteilungen – Offenheit und Interesse helfen dir, überall schnell dazuzulernen.

Tipp: Wenn du gerne planst, strukturiert arbeitest und Interesse an wirtschaftlichen Prozessen hast, erwähne das – es zeigt, dass du ideal in diesen Beruf passt.

Kleidung für das Gespräch

Als Industriekaufmann/-frau arbeitest du im Büro und repräsentierst dein Unternehmen nach innen und außen – dein Auftreten sollte gepflegt, ruhig und professionell wirken.

  •  Business-Kleidung: Hemd oder Bluse mit Stoffhose, Rock oder Blazer – klassisch und ordentlich.
  •  Dezente Farben: Grau, Weiß, Blau oder Beige wirken seriös und sympathisch.
  •  Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Kleidung, ordentliche Frisur, gepflegte Hände.
  •  Freundliches, selbstbewusstes Auftreten: Du zeigst, dass du mit Menschen umgehen kannst.
  •  Ruhige Körpersprache: Aufrechte Haltung und Blickkontakt wirken souverän.

Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der organisiert, verantwortungsvoll und kundenorientiert arbeitet – Eigenschaften, die in der Industrie besonders geschätzt werden.

Mögliche Fragen im Gespräch

Der Betrieb möchte wissen, ob du zuverlässig, interessiert und kommunikationsfähig bist – und ob du dir den Büroalltag gut vorstellen kannst.

  •  „Was interessiert Sie besonders am Beruf Industriekaufmann/-frau?“
  •  „Wie gehen Sie mit stressigen Situationen oder Termindruck um?“
  •  „Arbeiten Sie lieber mit Zahlen oder mit Menschen?“
  •  „Wie würden Sie reagieren, wenn eine Bestellung falsch ausgeliefert wurde?“
  •  „Wie wichtig ist Ihnen Teamarbeit im Büro?“
  •  „Haben Sie bereits Erfahrungen mit Excel oder kaufmännischer Arbeit gesammelt?“

Tipp: Denk an Situationen, in denen du organisiert, verantwortungsvoll oder teamorientiert gearbeitet hast – das zeigt, dass du für diesen Beruf gut vorbereitet bist.

Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst

Mit deinen Fragen zeigst du Interesse und Motivation – das kommt im Bewerbungsgespräch immer gut an.

  •  „Wie ist die Ausbildung im Betrieb aufgebaut – wechsle ich regelmäßig zwischen den Abteilungen?“
  •  „Welche Bereiche sind besonders wichtig für Auszubildende?“
  •  „Wie wird der Kontakt zu Kunden und Lieferanten in der Ausbildung vermittelt?“
  •  „Welche Programme oder Software werden im Büro verwendet?“
  •  „Wie unterstützt der Betrieb Azubis bei der Prüfungsvorbereitung?“
  •  „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Richtung Industriefachwirt oder Betriebswirt?“

Tipp: Frag nach Abläufen, Praxisinhalten und Entwicklungschancen – das zeigt, dass du dich wirklich für die kaufmännische Seite der Industrie interessierst und langfristig denkst.
 

Mögliche Karrierechancen als Industriekaufmann/-frau

Vorteile des Berufs Industriekaufmann/-frau

Breites Aufgabenspektrum

Als Industriekaufmann/-frau sind Sie in verschiedenen Bereichen eines Industrieunternehmens tätig, darunter Einkauf, Vertrieb, Marketing, Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen sowie Logistik. Diese Vielfalt an Aufgaben ermöglicht es Ihnen, ein breites Spektrum an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Fähigkeiten zu entwickeln.

Praktische Erfahrungen

Während Ihrer Ausbildung sammeln Sie praktische Erfahrungen in verschiedenen Abteilungen des Unternehmens und lernen die Abläufe und Prozesse in einem industriellen Umfeld kennen. Sie arbeiten an realen Projekten mit und können Ihr theoretisches Wissen direkt in die Praxis umsetzen.

Kundenorientierung

Industriekaufleute sind oft im direkten Kontakt mit Kunden und Lieferanten und spielen eine wichtige Rolle bei der Betreuung und Beratung von Geschäftspartnern. Sie lernen, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen, Angebote zu erstellen, Verträge zu verhandeln und die Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.

Internationale Ausrichtung

Viele Industrieunternehmen sind international tätig, was Ihnen die Möglichkeit bietet, in einem globalen Umfeld zu arbeiten und mit Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammenzuarbeiten. Sie können Ihre Sprachkenntnisse verbessern und interkulturelle Kompetenzen entwickeln.

Analytische Fähigkeiten

Industriekaufleute analysieren betriebswirtschaftliche Kennzahlen, erstellen Budgets und Kalkulationen, führen Kosten-Nutzen-Analysen durch und treffen fundierte Geschäftsentscheidungen. Sie entwickeln ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und können komplexe Sachverhalte strukturiert analysieren.

Teamarbeit und Kommunikation

In einem industriellen Umfeld arbeiten Sie oft im Team und müssen effektiv mit Ihren Kollegen zusammenarbeiten. Sie lernen, Ihre Ideen und Meinungen zu kommunizieren, Konflikte zu lösen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Karrieremöglichkeiten

Nach Abschluss Ihrer Ausbildung stehen Ihnen vielfältige Karrieremöglichkeiten offen, sowohl im mittleren Management als auch im oberen Management eines Unternehmens. Sie können sich durch Weiterbildungen und Spezialisierungen in bestimmten Bereichen weiterqualifizieren und beruflich weiterentwickeln.

Häufige Fragen zum Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau

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