Werkstoffprüfer - Metalltechnik (m/w/d)

Metall, Maschinenbau
Abbildung Person überprüft Leitungen mit einer Pinzette an einem Gerät

Ausbildung als Werkstoffprüfer - Metalltechnik

Überall dort in der Industrie, wo Metall verarbeitet wird, müssen sich die Leute in der Produktion darauf verlassen können, dass die Beschaffenheit der Werkstücke einwandfrei ist. Dies garantieren die Werkstoffprüfer und Werkstoffprüferinnen der Fachrichtung Metalltechnik. Mit zerstörenden und zerstörungsfreien sowie metallografischen Prüfverfahren ermitteln sie Härte, Festigkeit, Verformbarkeit und andere Eigenschaften der aus Metall gefertigten Teile. Dafür bereiten sie physikalisch-technische Untersuchungen und Versuchsreihen vor, führen diese durch und werten die Ergebnisse aus. Hierbei kommen Schublehre, Mikroskop, Röntgenstrahlen, Ultraschall und Wärmebehandlung zum Einsatz. Bei Werkstofffehlern oder fehlerhaften Bauteilen ermitteln sie die Ursachen und veranlassen ggf. Nachbehandlungsmaßnahmen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen dokumentieren sie in Prüfprotokollen.

Ausbildungsdetails

Ausbildungsdauer 3,5 Jahre

Ausbildungsgehalt als Werkstoffprüfer - Metalltechnik

  • 1. Ausbildungsjahr 1.035 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.089 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.160 €
  • 4. Ausbildungsjahr 1.207 €

(Abweichungen möglich, Stand: 01. Juni 2021, Quelle: IG Metall)

Ausbildungsverkürzung

Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Werkstoffprüfer - Metalltechnik lässt sich bis auf 2,5 Jahre verkürzen.

Weitere Informationen

Mögliche Berufsschulen für Werkstoffprüfer - Metalltechnik

Benötigte Stärken

Abbildung Kind mit den Fingern in den Ohren

Auffassungsgabe

(z.B. bei der Dokumentation kleinster Normabweichungen)

Abbildung Person mit Hammer und Akkuschrauber

Handwerkliches Geschick

(z.B. bei Instandsetzungsarbeiten)

Abbildung einmal Dominosteine sortiert und einmal Dominosteine durcheinander

Sorgfalt

(z.B. bei der Bedienung von Geräten, die Metalle auf ihre Eigenschaften und Zusammensetzungen untersuchen)

Interessante Schulfächer

Chemie

(z.B. im Einsatz bei verschiedenen Prüfverfahren)

Informatik

(z.B. als Hilfestellung bei technischen Prüfungen am Computer)

Mathematik

(z.B. um bestimmte Messwerte berechnen zu können)

Physik

(z.B. um abzuschätzen, welche Härte und Festigkeit bestimmte Materialien haben)

Was man in der Ausbildung als Werkstoffprüfer - Metalltechnik lernt

In der Ausbildung zum Werkstoffprüfer mit der Fachrichtung Metalltechnik erwerben die Auszubildenden ein umfangreiches Wissen und praktische Fähigkeiten, die für die Überprüfung und Bewertung verschiedener Materialien essentiell sind. Zu Beginn der Ausbildung werden grundlegende Kenntnisse über die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Werkstoffen vermittelt, sowohl für metallische als auch für nichtmetallische Materialien. Die Auszubildenden lernen die verschiedenen Verarbeitungs- und Veredelungsverfahren kennen und verstehen, wie diese die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten der Werkstoffe beeinflussen. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist das Erlernen der Grundlagen verschiedener Prüfverfahren. Die Auszubildenden werden darauf vorbereitet, Prüfaufträge zu planen und vorzubereiten, geeignete Prüfmittel auszuwählen und auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Sie lernen, Prüfarbeitsplätze einzurichten und Prüfungen fachgerecht durchzuführen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bewertung von Prüfergebnissen und der sachgerechten Dokumentation des Prüfungsverlaufs sowie der ermittelten Messwerte und Ergebnisse.

Die Auszubildenden werden außerdem darin geschult, Werkstoffeigenschaften zu ändern und zu beurteilen. Sie erlernen die Ermittlung mechanisch-technologischer Eigenschaften und führen metallografische Untersuchungen durch. Darüber hinaus werden sie in die Anwendung zerstörungsfreier Werkstoffprüfverfahren eingeführt und erlernen die Ermittlung weiterer Werkstoff- und Produkteigenschaften. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Analysieren von Fehlerursachen, was für die Qualitätssicherung und -verbesserung unerlässlich ist. Die Auszubildenden werden im Umgang mit Arbeits- und Gefahrstoffen geschult und lernen die Grundsätze der betrieblichen und technischen Kommunikation kennen. Das Qualitätsmanagement spielt eine zentrale Rolle in der Ausbildung, da es für die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Produkt- und Arbeitsqualität von entscheidender Bedeutung ist. Zusätzlich zu diesen spezialisierten Kenntnissen und Fähigkeiten erlernen die Auszubildenden das Bearbeiten von Werkstücken aus unterschiedlichen Werkstoffen und werden in der Wartung und Pflege von Werkzeugen, Messgeräten und Betriebseinrichtungen unterwiesen. Durch diese vielfältige Ausbildung werden Werkstoffprüfer in der Metalltechnik umfassend auf ihre zukünftigen beruflichen Aufgaben vorbereitet.

Mögliche Karrierechancen als Werkstoffprüfer - Metalltechnik

Vorteile des Berufs Werkstoffprüfer - Metalltechnik

Materialprüfung

Werkstoffprüfer führen eine Vielzahl von Prüfungen an metallischen Werkstoffen durch, um deren mechanische, thermische, chemische und elektrische Eigenschaften zu bewerten. Dazu gehören Zug-, Druck-, Biege-, Härte-, Schlag- und Kerbschlagprüfungen.

Qualitätskontrolle

Sie überwachen den Herstellungsprozess von metallischen Bauteilen und führen Qualitätskontrollen durch, um sicherzustellen, dass die hergestellten Produkte den festgelegten Standards und Spezifikationen entsprechen.

Prüfmittelkalibrierung

Werkstoffprüfer kalibrieren und warten Prüfgeräte und -instrumente wie Zugprüfmaschinen, Härteprüfer, Mikroskope und Metallographen, um sicherzustellen, dass die durchgeführten Tests präzise und zuverlässig sind.

Dokumentation

Sie dokumentieren Prüfergebnisse, erstellen Prüfprotokolle und Berichte und überwachen die Einhaltung von Qualitätsstandards und -richtlinien gemäß den Anforderungen der Metallindustrie und relevanten Normen.

Fehleranalyse

Bei Abweichungen von den Qualitätsstandards untersuchen Werkstoffprüfer die Ursachen für Fehler oder Mängel und unterstützen bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Fehlerbehebung und Qualitätsverbesserung.

Rohstoffprüfung

Sie prüfen die Qualität und Eigenschaften von Rohstoffen und Halbzeugen, die für die Herstellung von metallischen Bauteilen verwendet werden, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen entsprechen.

Schadensanalyse

Bei Schadensfällen oder Ausfällen von metallischen Bauteilen führen Werkstoffprüfer Untersuchungen durch, um die Ursachen für das Versagen zu ermitteln und Empfehlungen für die Verbesserung der Produktqualität abzugeben.

Zusammenarbeit

Sie arbeiten eng mit anderen Abteilungen wie der Produktion, Entwicklung und Qualitätssicherung zusammen, um sicherzustellen, dass die hergestellten metallischen Bauteile den Anforderungen und Standards entsprechen.

Mögliche Digitalisierungen als Werkstoffprüfer - Metalltechnik

  • Automatische optische Inspektion - AOI

    Optische Prüfsysteme verwenden, um metallische Werkstoffe auf Abweichungen von Produktionsvorlagen zu überprüfen.

  • Bilderkennung

    Mit technischer Bildauswertung arbeiten, die automatisch feinste Risse in Blechen erkennt und betroffene Stellen markiert.

  • IoT-Plattformen

    IoT-Plattformen verwenden, um Daten von vernetzten Messgeräten und Prüfapplikationen auszuwerten.

  • Sensorik

    Intelligente, zerstörungsfreie Sensorsysteme verwenden, um die automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlererkennung zu erkennen.

  • Vernetzte Labor- und Analyse-Geräte

    Untersuchung von Proben im Prüflabor und digitale Auswertung der gewonnenen Daten.

  • Speicherprogrammierbare Steuerung

    Programmierung von Prüfanlagen mit Computersteuerung

  • Digitales Dokumentenmanagement - DMS

    Dokumentation und Auswertung von Prüfungsergebnissen sowie Bereitstellung für andere Abteilungen; Einsatz von Software für das Bild- und Testreportmanagement.

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