Ausbildung als Destillateur
Sie sind die Stars der Spirituosenszene: die Destillateure und Destillateurinnen. Ihr Job ist es, hochwertige Spirituosen aus Früchten oder Kräutern ebenso zu erzeugen wie Essenzen, Sirupe und ätherische Öle. Sie wissen nicht nur, wie man erstklassigen Obstbrand herstellt, sondern sind auch Meister ihres Fachs, wenn es um Likör, Weinbrand, Rum oder Whisky geht. Destillateure und Destillateurinnen sind zwar in der Regel sehr gesprächig, wenn es um ihre speziellen Rezepturen geht, schweigen sie aber wie ein Grab. Dabei sind sie für den gesamten Produktionsprozess verantwortlich: Sie bestimmen den Alkohol- und Extraktgehalt sowie Säure und Dichte und kontrollieren das Aussehen, den Geruch und den Geschmack der Spirituosen. Außerdem sind sie für die Produktionsanlagen, Behälter, Filter und Rohrleitungssysteme verantwortlich, die regelmäßig gereinigt und gewartet werden müssen. Doch damit nicht genug, denn Destillateure und Destillateurinnen füllen ihre Spirituosen auch selbst ab und sorgen für deren Vermarktung.
Ausbildungsanfänger in Deutschland
- 50%
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- Hochschulreife 50%
- Mittlerer Bildungsabschluss 38%
- ohne Mittelschulabschluss 12%
- Mittelschulabschluss 1%
- Sonstige 1%
Ausbildungsdetails
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre |
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Ausbildungsgehalt als Destillateur
(Abweichungen möglich, Stand: 01. Januar 2026, Quelle: (BMAS))
Ausbildungsverkürzung
Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Destillateur lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.
Interessante Schulfächer
Physik
(z.B. um die physikalischen Prizipien wie Wärmeübertragung zu verstehen)
Mathematik
(z.B. beim Berechnen von Verdünnungsverhältnissen für bestimmte Spirituosen)
Werken / Technik
(z.B. im Umgang mit Werkzeugen und Maschinen und bei der Bedienung und Wartung von Destillationsanlagen)
Chemie
(z.B. für das Verständnis der chemischen Prozesse, die bei der Destillation von Alkohol stattfinden)
Wie viel verdient man als Destillateur
Die Ausbildung zum Destillateur bietet bereits während der Lehrzeit eine attraktive Vergütung. Im ersten Ausbildungsjahr können angehende Destillateure bis zu 1.000 € brutto pro Monat verdienen. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt das Gehalt auf 1.070 €, und im dritten Ausbildungsjahr können bis zu 1.120 € monatlich erreicht werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erwarten die Absolventen vielversprechende Verdienstmöglichkeiten. Ein frisch ausgebildeter Destillateur kann mit einem Einstiegsgehalt von mindestens 2.845 € brutto pro Monat rechnen. Im Durchschnitt liegt das Gehalt in diesem Beruf bei etwa 3.467 € monatlich, und in spezialisierten Betrieben oder Positionen kann das Einkommen sogar bis zu 4.099 € im Monat betragen. Der Beruf des Destillateurs bietet somit nicht nur spannende Aufgaben in der Herstellung hochwertiger Spirituosen, sondern auch eine solide finanzielle Perspektive.
Was man in der Ausbildung als Destillateur lernt
Während ihrer Ausbildung als Destillateure erlernen die angehenden Fachkräfte eine Vielzahl von Fertigkeiten und Kenntnissen, die für die Herstellung hochwertiger Spirituosen erforderlich sind. Zu Beginn ihrer Ausbildung erwerben sie grundlegende Kenntnisse über den Ausbildungsbetrieb, seine Abläufe und Strukturen. Sie lernen, die technischen Einrichtungen zu bedienen und zu warten, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktionieren. Ein wichtiger Teil ihrer Ausbildung besteht darin, die Rohstoffe, Halbfabrikate und Spirituosen zu kontrollieren. Dies umfasst das Prüfen der Qualität und Reinheit der Rohstoffe sowie die Überwachung des Herstellungsprozesses, um sicherzustellen, dass die Qualitätsstandards eingehalten werden. Die angehenden Destillateure werden auch in der Herstellung von Halbfabrikaten und Spirituosen geschult. Sie lernen die verschiedenen Schritte des Destillationsprozesses kennen und erfahren, wie man die Aromen und Eigenschaften der Spirituosen beeinflussen kann.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Ausbildung ist das Lagern der Rohstoffe, Halbfabrikate und Spirituosen. Sie lernen die optimalen Lagerbedingungen für verschiedene Arten von Spirituosen kennen und wie man ihre Qualität während der Lagerung aufrechterhält. Zu den weiteren Fähigkeiten, die sie während ihrer Ausbildung erwerben, gehört das Klären und Filtrieren der Halbfabrikate und Spirituosen, um Verunreinigungen zu entfernen und die Klarheit und Reinheit der Spirituosen zu verbessern. Darüber hinaus lernen sie, wie man Spirituosen abfüllt und für den Verkauf vorbereitet. Insgesamt umfasst die Ausbildung zum Destillateur eine Vielzahl von Fertigkeiten und Kenntnissen, die für die Herstellung hochwertiger Spirituosen unerlässlich sind und die angehenden Fachkräfte auf eine erfolgreiche Karriere in der Destilleriebranche vorbereiten.
Tipps für Bewerber als Destillateur
Bewerbung
Als Destillateur/in stellst du hochwertige Spirituosen, ätherische Öle oder Aromen her. Du arbeitest mit natürlichen Rohstoffen wie Früchten, Kräutern oder Getreide und sorgst dafür, dass Geschmack, Duft und Qualität perfekt abgestimmt sind. Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du sorgfältig, verantwortungsbewusst und interessiert an Chemie, Technik und Genuss bist.
- Interesse an Natur und Chemie betonen: Du arbeitest mit natürlichen Zutaten, aber auch mit physikalischen und chemischen Prozessen – Neugier ist wichtig.
- Sorgfalt hervorheben: Beim Brennen zählt jedes Grad und jeder Tropfen – Präzision entscheidet über Qualität.
- Verantwortungsbewusstsein zeigen: Du trägst Verantwortung für Reinheit, Sicherheit und Hygiene im Produktionsprozess.
- Technisches Verständnis: Du arbeitest mit modernen Anlagen und Messgeräten – handwerkliche und technische Fähigkeiten sind gefragt.
- Tipp: Wenn du dich für Lebensmittel, Aromen oder handwerkliche Herstellungsprozesse interessierst, erwähne das – es zeigt, dass du den Beruf wirklich verstehst.
Kleidung für das Gespräch
In der Getränke- und Genussmittelbranche zählt ein gepflegtes, bodenständiges Auftreten – du sollst zeigen, dass du sorgfältig, zuverlässig und verantwortungsbewusst bist.
- Saubere Alltagskleidung: Jeans und ein schlichtes Hemd oder eine Bluse sind ideal.
- Dezent und ordentlich: Du bewirbst dich für ein traditionsreiches Handwerk – schlichte Seriosität passt am besten.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Hände, ordentliche Frisur und ruhige Ausstrahlung vermitteln Zuverlässigkeit.
- Körpersprache: Ruhig, freundlich und aufmerksam – das zeigt, dass du konzentriert arbeitest und Verantwortung übernehmen kannst.
- Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der mit Leidenschaft, Genauigkeit und Respekt für das Produkt arbeitet.
Mögliche Fragen im Gespräch
Im Gespräch möchte der Betrieb wissen, ob du verantwortungsbewusst, technisch interessiert und qualitätsorientiert bist.
- „Warum möchten Sie Destillateur/in werden?“
- „Was interessiert Sie an der Herstellung von Spirituosen oder Aromen?“
- „Wie gehen Sie mit Aufgaben um, bei denen Genauigkeit entscheidend ist?“
- „Wie wichtig ist Ihnen Sauberkeit und Sicherheit bei der Arbeit?“
- „Wie reagieren Sie, wenn ein Produkt nicht das gewünschte Ergebnis bringt?“
- „Wie stehen Sie zu handwerklicher Arbeit mit traditionellen Verfahren?“
Tipp: Denk an Situationen, in denen du sorgfältig, geduldig oder technisch gearbeitet hast – das zeigt, dass du die richtige Einstellung für diesen Beruf hast.
Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst
Wenn du am Ende gefragt wirst, ob du noch Fragen hast, kannst du damit echtes Interesse und Fachverständnis zeigen.
- „Wie ist die Ausbildung zum Destillateur aufgebaut?“
- „Mit welchen Rohstoffen und Anlagen arbeite ich während der Ausbildung?“
- „Welche Produkte stellen Sie hier hauptsächlich her?“
- „Wie viel Handarbeit steckt in der Herstellung im Vergleich zu automatisierten Prozessen?“
- „Wie wird auf Qualität und Reinheit der Produkte geachtet?“
- „Welche Spezialisierungen oder Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Richtung Aromen oder Edelbrände?“
Tipp: Frag nach Rohstoffen, Herstellungsverfahren oder Qualitätskontrolle – das zeigt, dass du dich wirklich für das feine Handwerk und die Wissenschaft hinter dem Genuss interessierst.
Mögliche Karrierechancen als Destillateur
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Ausbilder - AdA-Schein
Andere Weiterbildung
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Brau- und Getränketechnologe
Andere Weiterbildung
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Destillateurmeister
Meisterweiterbildung
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Getränkebetriebsmeister
Meisterweiterbildung
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Industriemeister - Fruchtsaft und Getränke
Industriemeister/in - Fruchtsaft und Getränke
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Techniker - Lebensmitteltechnik
Technikerweiterbildung
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Techniker - Lebensmitteltechnik Verarbeitungstechnik
Technikerweiterbildung
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Technischer Fachwirt
Kaufmännische Weiterbildung
Vorteile des Berufs Destillateur
Verbindung von Handwerk und Chemie
Als Destillateur vereinen sich handwerkliche Fähigkeiten mit einem Verständnis für chemische Prozesse. Destillateure lernen, wie man alkoholische Getränke wie Whisky, Gin, Rum oder Obstbrände herstellt, indem sie Rohstoffe fermentieren und destillieren.
Kulturelles Erbe bewahren
Destillation ist eine traditionelle Handwerkskunst, die seit Jahrhunderten praktiziert wird. Die Ausbildung zum Destillateur trägt dazu bei, dieses kulturelle Erbe zu bewahren und die Fertigkeiten und Traditionen der Destillation an zukünftige Generationen weiterzugeben.
Kreativität und Experimentierfreude
Destillateure haben die Möglichkeit, kreative Rezepte zu entwickeln und verschiedene Geschmacksrichtungen zu erforschen. Sie können experimentieren, um einzigartige Aromen und Charakteristika zu kreieren und sich so von anderen Destillaten abzuheben.
Qualitätskontrolle und Handwerkskunst
Destillateure sind für die Qualität ihrer Produkte verantwortlich. Sie müssen sicherstellen, dass die Destillation ordnungsgemäß durchgeführt wird und dass das Endprodukt den höchsten Standards entspricht. Dies erfordert eine hohe Handwerkskunst und Präzision.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Destillateure können in verschiedenen Bereichen der Getränkeindustrie tätig sein, einschließlich Brennereien, Brauereien, Weinbergen, Spirituosenherstellern oder unabhängigen Destillerien. Sie können auch in der Forschung und Entwicklung neuer Produkte arbeiten.
Wertschätzung für lokale Rohstoffe
Destillateure arbeiten oft mit regionalen und saisonalen Zutaten, wie Getreide, Obst oder Kräutern. Sie schätzen die Vielfalt und Qualität lokaler Rohstoffe und tragen dazu bei, regionale Spezialitäten und Traditionen zu fördern.
Kundeninteraktion und -erlebnis
Destillateure haben oft direkten Kontakt mit ihren Kunden, sei es bei Brennereitouren, Verkostungen oder Veranstaltungen. Sie können ihr Fachwissen teilen, Kunden beraten und ein einzigartiges Erlebnis rund um ihre Destillate bieten.
Mögliche Digitalisierungen als Destillateur
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Vernetzte Produktionssysteme
Beobachtung und Überwachung von digital vernetzten Brauanlagen.
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Material Flow Control System - MFCS
Überwachung des Materialflusses in automatisierten Anlagen.
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Predictive Maintenance
Durch kontinuierliche Auswertung der Maschinen- und Anlagendaten ungeplante Reparaturen und Ausfälle minimieren.
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Automatisierte Bestandskontrolle
Mithilfe von mobilen Geräten Wareneingangsbuchungen für Rohstoffe erfassen.
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Maschinendatenerfassung
Überwachung von fertigungsbezogenen Daten.
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Sensorik
Verwendung von Sensoren zur Überprüfung der Temperatur von Destillate nutzen.