Ausbildung als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer
Atem-, Sprech- und Stimmlehrkräfte arbeiten in verschiedenen Bereichen, wie dem medizinisch-therapeutischen, präventiven oder pädagogischen Bereich. Sie behandeln Patienten mit Störungen der Atemwege, des Stimmorgans, der Sprechwerkzeuge oder der Sprachentwicklung. Dazu erheben sie Befunde, beraten Patienten und deren Angehörige über Behandlungsmöglichkeiten und unterstützende Übungen. Sie planen therapeutische Maßnahmen, setzen diese um und werten sie aus. Je nach Art der Störung führen sie Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schluckbehandlungen durch, in der Regel auf Basis ärztlicher Verordnungen. Präventiv arbeiten sie in der betrieblichen und individuellen Gesundheitsförderung. Sie schulen beispielsweise Menschen mit berufsbedingt stark beanspruchter Stimme, führen Fördermaßnahmen bei Kindern, Menschen mit Behinderungen und in der Geriatrie durch oder unterweisen Schwangere in Atemtechniken. Darüber hinaus sind sie in der Erwachsenenbildung tätig und lehren Kursteilnehmer, ihre Atmung und Stimme zu optimieren, bewusst einzusetzen und die richtigen Atem- und Stimmtechniken zu entwickeln.
Ausbildungsdetails
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre |
|---|
Ausbildungsgehalt als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer
Derzeit liegen keine tarifvertraglichen Vereinbarungen vor. Für die Ausbildung wird i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt.
Ausbildungsverkürzung
Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Atem-, Sprech- und Stimmlehrer lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.
Interessante Schulfächer
Musik
(z.B. wenn man das Klavier als Therapieinstrument einsetzt)
Psychologie / Pädagogik
(z.B. beim Eingehen auf Persönlichkeiten)
Deutsch
(z.B. bei der Entwicklung von Ideen für die Sprechübung und das Üben von Stimmfunktionen)
Biologie
(z.B. beim Erlernen von Verständnis für Sprech- und Atemorgane und ihre Funktionsweise)
Wie viel verdient man als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer
Die Ausbildung zum Atem-, Sprech- und Stimmlehrer ist eine schulische Ausbildung, bei der man während der Ausbildungszeit leider kein Gehalt erhält. Dies bedeutet, dass man in dieser Phase auf andere finanzielle Unterstützung angewiesen ist, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung eröffnen sich jedoch gute Verdienstmöglichkeiten. Das Einstiegsgehalt als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer liegt bei mindestens 2.671 € pro Monat. Im Durchschnitt können Fachkräfte in diesem Bereich mit einem monatlichen Gehalt von etwa 3.204 € rechnen. Mit wachsender Berufserfahrung und zusätzlichen Qualifikationen kann das Gehalt bis zu 3.723 € im Monat steigen. Dieser Beruf bietet somit eine solide finanzielle Perspektive und ermöglicht es, im Bereich der Sprach- und Stimmtherapie einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität anderer zu leisten.
Tipps für Bewerber als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer
Bewerbung
Als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in arbeitest du mit Menschen an ihrer Stimme, Atmung und Ausdruckskraft – ob in der Therapie, im Gesang oder im Sprechtraining. Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du kommunikativ, empathisch und interessiert an Sprache, Klang und Körperarbeit bist.
- Interesse an Stimme und Kommunikation zeigen: Schreib, dass du dich für Sprache, Atmung oder Gesang begeisterst und gern mit Menschen arbeitest.
- Einfühlungsvermögen betonen: Du begleitest Menschen, die Unterstützung brauchen – Verständnis und Geduld sind hier zentral.
- Selbstbewusstes Auftreten hervorheben: Du arbeitest mit deiner eigenen Stimme – Sicherheit und Ausdruck gehören dazu.
- Kreativität und Körperbewusstsein erwähnen: Übungen, Improvisation und Bewegung sind Teil deiner Arbeit.
Tipp: Wenn du schon Erfahrung im Bereich Musik, Theater oder Pädagogik hast, erwähne das. Es zeigt, dass du deine Stärken gezielt einsetzt.
Kleidung für das Gespräch
Im Vorstellungsgespräch darf dein Auftreten offen, gepflegt und natürlich sein – du arbeitest schließlich mit Stimme, Körper und Ausdruck.
- Schlicht, aber selbstbewusst: Eine saubere Hose und ein ordentliches Oberteil reichen völlig.
- Bewegungsfreiheit: Wähle Kleidung, in der du dich frei bewegen und atmen kannst – das passt zum Beruf.
- Natürliches Auftreten: Kein übertriebenes Styling, sondern ein authentischer, freundlicher Eindruck.
- Körpersprache: Offen, ruhig und zugewandt – dein Auftreten sagt oft mehr als deine Worte.
- Ziel: Du sollst zeigen, dass du Präsenz hast und gleichzeitig empathisch wirkst.
Mögliche Fragen im Gespräch
Im Gespräch möchte der Betrieb herausfinden, ob du dich für Sprache, Stimme und Pädagogik begeisterst und gut mit Menschen umgehen kannst.
- „Wie bist du auf den Beruf Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in gekommen?“
- „Was fasziniert dich an der Arbeit mit Stimme und Sprache?“
- „Wie gehst du mit Menschen um, die Hemmungen beim Sprechen haben?“
- „Hast du Erfahrung mit Musik, Theater oder Stimmtraining?“
- „Was bedeutet Stimme für dich persönlich?“
- „Wie bleibst du ruhig und konzentriert, wenn Übungen nicht sofort funktionieren?“
Tipp: Denk an Situationen, in denen du anderen geholfen hast, selbstbewusster oder klarer zu sprechen – solche Beispiele zeigen deine Eignung perfekt.
Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst
Wenn du am Ende gefragt wirst, ob du noch Fragen hast, kannst du damit Interesse und Leidenschaft zeigen.
- „Wie ist der praktische Teil der Ausbildung aufgebaut?“
- „Welche Fächer oder Schwerpunkte stehen im Mittelpunkt?“
- „Mit welchen Zielgruppen arbeite ich während der Ausbildung?“
- „Gibt es Möglichkeiten, selbst Projekte oder Kurse zu gestalten?“
- „Wie stark wird mit Musik oder Bewegung gearbeitet?“
- „Wie sehen die Berufsaussichten nach der Ausbildung aus?“
Tipp: Frag nach Themen, die dich wirklich begeistern – zum Beispiel Atemtechniken, Stimmbildung oder therapeutische Arbeit. Das zeigt, dass du für den Beruf brennst.
Mögliche Karrierechancen als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer
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Fachwirt - Gesundheits- und Sozialwesen
Kaufmännische Weiterbildung
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Heilpädagogik (Studium)
Studium
Mögliche Digitalisierungen als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer
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Telemedizin
In Online-Videosprechstunden Patienten und ihre Angehörigen über Behandlungsoptionen aufklären.
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3-D-Simulation
Durch 3D-Simulationen Sprechbewegungen und den Schluckvorgang visuell darstellen.
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Elektronische Patientenakte - ePA
Mithilfe einer elektronischen Patientenakte Informationen über das Störungsbild eines Patienten sammeln und Therapiebehandlungen protokollieren.
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Digitales Dokumentenmanagement - DMS
Behandlungserfolge erfassen und Entwicklung sowie Abschlussberichte erstellen.
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Formularmanagementsysteme
Heilmittelverordnungen in maschinenlesbare Onlineformulare umwandeln und verarbeiten.
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