Ausbildung als Hebamme - Entbindungspfleger
Eine Schwangerschaft ist zwar das Natürlichste der Welt, die werdende Mutter will aber alles richtig machen. Die verlässlichsten Begleiter hier sind die Hebammen, die neuerdings auch als Entbindungspfleger und Entbindungspflegerinnen bezeichnet werden. Ihre Arbeit beginnt schon damit, dass sie Schwangerschaften feststellen und in den folgenden Monaten immer wieder kontrollieren, ob sich das Kind normal entwickelt. Bei der Geburt unterstützen Hebammen die Frauen mit Entspannungs- und Atemübungen, in den Geburtsvorgang greifen sie aber nur ein, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Auch unmittelbar nach der Geburt ist ihre Unterstützung noch sehr wichtig: Sie suchen die Mütter regelmäßig auf und helfen bei Fragen des Stillens, der Säuglingspflege und -ernährung, helfen den Frauen, in ihre Rolle als Mutter hineinzuwachsen und kümmern sich um die Rückbildung. Seit dem 1.1.2020 gilt übrigens grundsätzlich: Wer Hebamme werden will, muss ein duales Bachelorstudium absolvieren; im Rahmen einer bis Ende 2022 geltenden Übergangsfrist ist auch noch die rein schulische Ausbildung möglich.
Ausbildungsdetails
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre |
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Ausbildungsgehalt als Hebamme - Entbindungspfleger
Für die Ausbildung wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt.
(Abweichungen möglich, Stand: 01. August 2024, Quelle: Agentur für Arbeit)
Ausbildungsverkürzung
Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Hebamme - Entbindungspfleger lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.
Interessante Schulfächer
Biologie
(z.B. zum Verständnis biologischer Vorgänge bei Schwangerschaft und Geburt)
Chemie
(z.B. für Kenntnisse über die Wirkungsweise von Medikamenten)
Deutsch
(z.B. beim Dokumentieren des Geburtsvorgangs und Aufklären der Patientinnen über die Pflege von Neugeborenen)
Mathematik
(z.B. beim Abrechnen von Pflegeleistungen)
Tipps für Bewerber als Hebamme - Entbindungspfleger
Bewerbung
Als Hebamme bzw. Entbindungspfleger begleitest du werdende Mütter und Familien in einer der wichtigsten Phasen ihres Lebens – vor, während und nach der Geburt. Du unterstützt medizinisch, emotional und organisatorisch. Deine Bewerbung sollte zeigen, dass du empathisch, verantwortungsbewusst und belastbar bist.
- Einfühlungsvermögen betonen: Du arbeitest mit Menschen in sensiblen Momenten – Vertrauen und Verständnis sind entscheidend.
- Verantwortungsbewusstsein: Du trägst große Verantwortung für Mutter und Kind – Zuverlässigkeit ist Pflicht.
- Belastbarkeit: Geburten lassen sich nicht planen – du brauchst Ruhe, Kraft und Ausdauer.
- Teamfähigkeit: Du arbeitest eng mit Ärzten, Pflegekräften und Familien zusammen – Zusammenarbeit ist wichtig.
- Tipp: Wenn du dich für Medizin, Geburt und das Wohl von Menschen begeisterst, erwähne das – es zeigt deine Motivation für diesen besonderen Beruf.
Kleidung für das Gespräch
In einem medizinischen Beruf zählt ein gepflegtes, ruhiges und vertrauenswürdiges Auftreten – du sollst Kompetenz und Herzlichkeit zugleich ausstrahlen.
- Schlichte, saubere Kleidung: Stoffhose oder schlichte Jeans mit Bluse, Hemd oder Pullover – ordentlich, aber warmherzig.
- Freundliches Auftreten: Ein ruhiges Lächeln und aufmerksamer Blick zeigen Empathie.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Kleidung, Hände und eine natürliche Ausstrahlung sind wichtig.
- Körpersprache: Ruhig, offen und zugewandt – das vermittelt Vertrauen und Sicherheit.
- Ziel: Du sollst wirken wie jemand, dem Eltern und Babys sich anvertrauen können – ruhig, sicher und menschlich.
Mögliche Fragen im Gespräch
Der Betrieb möchte wissen, ob du Belastbarkeit, Verantwortungsgefühl und Empathie mitbringst – und ob du dir den Alltag als Hebamme realistisch vorstellst.
- „Warum möchten Sie Hebamme bzw. Entbindungspfleger werden?“
- „Wie gehen Sie mit Stress oder emotional herausfordernden Situationen um?“
- „Was bedeutet für Sie Verantwortung im Umgang mit Mutter und Kind?“
- „Wie reagieren Sie, wenn etwas nicht nach Plan läuft?“
- „Wie wichtig ist Ihnen Teamarbeit im medizinischen Umfeld?“
- „Haben Sie bereits Erfahrungen im Krankenhaus, in der Pflege oder mit Familien gesammelt?“
Tipp: Denk an Situationen, in denen du Ruhe bewahrt, Verantwortung übernommen oder Menschen unterstützt hast – das zeigt, dass du die emotionale und fachliche Stärke für diesen Beruf besitzt.
Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst
Wenn du am Ende gefragt wirst, ob du noch Fragen hast, kannst du mit gezielten Fragen Interesse und Verantwortungsbewusstsein zeigen.
- „Wie ist die Ausbildung zur Hebamme bzw. zum Entbindungspfleger aufgebaut?“
- „Wie viel praktische Erfahrung sammle ich während der Ausbildung?“
- „Wie läuft die Zusammenarbeit mit Ärzten und Pflegepersonal ab?“
- „Welche Aufgaben darf ich im Laufe der Ausbildung eigenständig übernehmen?“
- „Wie wird im Betrieb auf emotionale Belastung und Erholung geachtet?“
- „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Richtung Familienbegleitung oder Stillberatung?“
Tipp: Frag nach Praxis, Verantwortung und Betreuung – das zeigt, dass du dich wirklich mit der Bedeutung und Verantwortung dieses besonderen Berufs auseinandersetzt.
Mögliche Karrierechancen als Hebamme - Entbindungspfleger
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Diabetesberater
Andere Weiterbildung
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Ernährungsberater
Andere Weiterbildung
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Fachkraft - Frühe Hilfen
Andere Weiterbildung
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Hebammenkunde (Studium)
Studium
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Humanmedizin (Studium)
Studium
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Qualitätsbeauftragter - Gesundheits-/Sozialwesen
Andere Weiterbildung
Vorteile des Berufs Hebamme - Entbindungspfleger
Betreuung während der Schwangerschaft
Hebammen/Entbindungspfleger begleiten Frauen während der Schwangerschaft und bieten umfassende Betreuung, Beratung und Unterstützung. Sie überwachen den Verlauf der Schwangerschaft, führen Vorsorgeuntersuchungen durch und stehen den Frauen bei Fragen oder Problemen zur Verfügung.
Geburtsbegleitung
Eine der zentralen Aufgaben von Hebammen/Entbindungspflegern ist die Begleitung von Frauen während der Geburt. Sie unterstützen die Frauen körperlich und emotional, helfen bei der Schmerzlinderung und fördern eine natürliche Geburtserfahrung. Sie sind auch für die Überwachung von Mutter und Kind während der Geburt verantwortlich.
Wochenbettbetreuung
Nach der Geburt bieten Hebammen/Entbindungspfleger umfassende Betreuung im Wochenbett. Sie unterstützen Frauen bei der Rückbildung des Körpers, bei der Pflege des Neugeborenen, beim Stillen und bei der Bewältigung möglicher Komplikationen oder Probleme.
Familienorientierte Betreuung
Hebammen/Entbindungspfleger bieten nicht nur medizinische Unterstützung, sondern auch emotionale Unterstützung und Beratung für die gesamte Familie. Sie helfen den Eltern, sich an ihre neue Rolle zu gewöhnen, stärken die Bindung zwischen Eltern und Kind und fördern die familiäre Beziehung.
Gesundheitsförderung und Prävention
Hebammen/Entbindungspfleger spielen eine wichtige Rolle bei der Gesundheitsförderung und Prävention. Sie bieten Informationen und Beratung zu Themen wie gesunde Ernährung, Bewegung, Impfungen, Familienplanung und Kinderbetreuung.
Mögliche Digitalisierungen als Hebamme - Entbindungspfleger
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Elektronische Pflegedokumentation - ePD
Elektronische Erfassung und Dokumentation von Patientendaten für Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung.
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Krankenhausinformationssysteme - KIS
Medizinische und administrative Daten mithilfe von Krankenhausinformationssystemen erfassen, verarbeiten und verteilen.
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Telecare
Schwangere über Videotelefonie beraten und ihre Fragen als werdende Mütter beantworten.
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Vernetzte Tourenplanung und Leistungserfassung - vTL
Mithilfe von Software die Leistungsdokumentation und Abrechnungen für die Hausbesuche erstellen.