Ausbildung als Technischer Konfektionär
Feuerwehrleute sind auf sie ebenso angewiesen wie Baufirmen und Campingurlauber: Technische Konfektionäre und -Konfektionärinnen stellen in industriellen Betrieben aus Kunststoffbahnen sowie beschichteten oder natürlichen Gewebestoffen z.B. Autoplanen, Markisen, Gerüstverkleidungen, Zelte oder Sprungtücher her. Hierfür schneiden sie anhand von maßstabsgerechten Zeichnungen die Stoffe zu. Anschließend nähen sie die zugeschnittenen Teile mit Spezialnähmaschinen zusammen oder verbinden sie durch Schweißen und Kleben. Außerdem bringen sie Zubehör wie Beschläge, Riemen, Ösen oder Drahtseile an. Und natürlich sind sie auch für die Instandhaltung und Reparatur der von ihnen gefertigten Produkte verantwortlich.
Persönliche Interessen
Ausbildungsanfänger in Deutschland
- 40%
- 30%
- 10%
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- Mittelschulabschluss 40%
- Mittlerer Bildungsabschluss 30%
- ohne Mittelschulabschluss 10%
- Hochschulreife 10%
- Sonstige 10%
Ausbildungsdetails
| Ausbildungsdauer | 3 Jahre |
|---|
Ausbildungsgehalt als Technischer Konfektionär
(Abweichungen möglich, Stand: 01. Januar 2025, Quelle: Bayerisches Tarifregister (BTR))
Ausbildungsverkürzung
Die Ausbildungsdauer des Ausbildungsberufs Technischer Konfektionär lässt sich bis auf 2 Jahre verkürzen.
Interessante Schulfächer
Mathematik
(z.B. um den Materialbedarf zu berechnen)
Werken / Technik
(z.B. für das Verrichten von handwerklich-technischen Arbeiten, beim Ausführen von Näharbeiten)
Sport
(z.B. für länger andauernde Reparaturen)
Wie viel verdient man als Technischer Konfektionär
Während der Ausbildung zum Technischen Konfektionär verdient man im ersten Jahr 1.035 €, im zweiten Jahr 1.117 € und im dritten Jahr 1.201 € monatlich. Nach dem Abschluss der Ausbildung startet das Gehalt bei mindestens 2.264 € pro Monat. Im Durchschnitt verdienen Technische Konfektionäre etwa 2.637 €, wobei erfahrene Fachkräfte bis zu 3.311 € monatlich erreichen können. Die Vergütung kann je nach Region und Arbeitgeber variieren, bietet jedoch gute berufliche Perspektiven in einem spannenden und technischen Umfeld, das die Herstellung und Verarbeitung von Textilien umfasst.
Was man in der Ausbildung als Technischer Konfektionär lernt
Während seiner Ausbildung als Technischer Konfektionär erwirbt der Auszubildende vielfältige Fähigkeiten und Kenntnisse, um technische Konfektionsware herzustellen und instand zu setzen. Ein zentraler Bestandteil ist das Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen, die für die Planung und Durchführung von Konfektionsarbeiten erforderlich sind. Der Auszubildende lernt auch das Auswählen und Einsetzen von Werk- und Hilfsstoffen sowie Zubehör, um die gewünschten Produkte herzustellen. Dazu gehören das Handhaben und Warten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und Anlagen, die für die Konfektionsarbeiten benötigt werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Zuschneiden von Werk- und Hilfsstoffen, um die richtigen Formen und Größen für die Konfektionsware zu erhalten. Der Auszubildende erwirbt auch Fertigkeiten im Ausführen von Näharbeiten, Schweißarbeiten und Klebearbeiten, um die einzelnen Teile zusammenzufügen und eine qualitativ hochwertige Konfektionsware herzustellen. Zudem lernt der Auszubildende, wie man technische Konfektionsware fertigstellt und instand setzt, um sicherzustellen, dass sie den erforderlichen Standards entspricht und den Kundenanforderungen gerecht wird. Dies umfasst auch das Überprüfen und ggf. Nachbessern von Produkten, um sicherzustellen, dass sie den Qualitätsstandards entsprechen.
Tipps für Bewerber als Technischer Konfektionär
Bewerbung
Als technischer Konfektionär bzw. technische Konfektionärin stellst du Produkte aus flexiblen Materialien wie Planen, Folien, Geweben oder Leder her – etwa Zelte, Markisen, Bootsverdecke oder Lkw-Abdeckungen. Du schneidest, schweißt, klebst und nähst Materialien passgenau zusammen und montierst sie anschließend. Dabei brauchst du handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und ein gutes Auge für Maße und Formen. In deiner Bewerbung solltest du zeigen, dass du sorgfältig, praktisch veranlagt und zuverlässig bist.
- Handwerkliches Geschick: Du arbeitest mit Maschinen, Messwerkzeugen und Materialien präzise.
- Sorgfalt: Maßarbeit ist entscheidend – jeder Schnitt und jede Naht muss stimmen.
- Technisches Verständnis: Du kennst die Eigenschaften verschiedener Stoffe und Verarbeitungsverfahren.
- Teamfähigkeit: Du arbeitest mit Kolleginnen und Monteuren zusammen, um Projekte fertigzustellen.
- Kreativität: Du entwickelst Lösungen für Sonderanfertigungen oder individuelle Kundenwünsche.
Tipp: Wenn du gerne praktisch arbeitest, Materialien bearbeitest und Freude an sichtbaren Ergebnissen hast, erwähne das – es zeigt, dass du mit Genauigkeit und handwerklicher Begeisterung arbeitest.
Kleidung für das Gespräch
Im handwerklich-technischen Bereich zählt ein gepflegtes, ordentliches und bodenständiges Auftreten. Du solltest zeigen, dass du zuverlässig, konzentriert und handwerklich begabt bist.
- Saubere, praktische Kleidung: Eine gepflegte Jeans oder Stoffhose mit Hemd, Bluse oder Polo passt gut.
- Dezente Farben: Grau, Dunkelblau oder Beige wirken ruhig und handwerklich.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Saubere Kleidung und ordentliche Frisur vermitteln Respekt.
- Ruhige, selbstbewusste Haltung: Zeigt Professionalität und Konzentration.
- Freundliche, aufmerksame Ausstrahlung: Wirkt teamfähig und engagiert.
Ziel: Du sollst wirken wie jemand, der sorgfältig arbeitet, Technik versteht und verlässlich im Team anpackt – ruhig, genau und verantwortungsvoll.
Mögliche Fragen im Gespräch
Der Ausbildungsbetrieb möchte wissen, ob du handwerklich geschickt, konzentriert und technisch interessiert bist.
- „Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit technischen Textilien?“
- „Wie wichtig ist Ihnen Genauigkeit bei der Arbeit?“
- „Wie gehen Sie vor, wenn ein Maß oder Zuschnitt nicht auf Anhieb passt?“
- „Haben Sie schon Erfahrung im Nähen, Schneiden oder handwerklichen Arbeiten?“
- „Wie behalten Sie den Überblick, wenn mehrere Aufträge gleichzeitig laufen?“
- „Wie reagieren Sie, wenn ein Projekt unter Zeitdruck fertig werden muss?“
Tipp: Denk an Situationen, in denen du handwerklich gearbeitet, etwas repariert oder präzise geplant hast – das zeigt, dass du die Mischung aus Technik und Praxis gut beherrschst.
Fragen, die du dem Betrieb stellen kannst
Eigene Fragen zeigen, dass du dich für Materialien, Technik und Produktionsabläufe interessierst.
- „Welche Produkte stellt Ihr Betrieb hauptsächlich her – z. B. Planen, Markisen oder Spezialanfertigungen?“
- „Wie ist die Ausbildung zwischen Werkstatt, Zuschnitt und Montage aufgebaut?“
- „Mit welchen Maschinen und Werkzeugen wird gearbeitet?“
- „Wie wichtig ist Teamarbeit bei größeren Aufträgen oder Montagen?“
- „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung – z. B. Richtung Techniker/in, Meister/in oder Produktentwicklung?“
- „Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit oder Recycling bei den verwendeten Materialien?“
Tipp: Frag nach Produkten, Arbeitsabläufen und Entwicklungsmöglichkeiten – das zeigt, dass du nicht nur zupacken willst, sondern auch Interesse an Material, Technik und Qualität hast.
Mögliche Karrierechancen als Technischer Konfektionär
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Ausbilder - AdA-Schein
Andere Weiterbildung
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Industriemeister - Textilwirtschaft
Meisterweiterbildung
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Kunststofftechnik (Studium)
Studium
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Segelmachermeister
Meisterweiterbildung
-
Technischer Fachwirt
Kaufmännische Weiterbildung
Vorteile des Berufs Technischer Konfektionär
Kombination aus Technik und Textilien
Als Technischer Konfektionär verbindest du technisches Know-how mit textiler Fachkompetenz. Du lernst, technische Materialien wie Membranen, Gewebe und Beschichtungen fachgerecht zu verarbeiten und daraus Produkte wie technische Textilien, Schutzkleidung oder Spezialanfertigungen herzustellen.
Innovative Fertigungstechniken
Während deiner Ausbildung erwirbst du Kenntnisse über innovative Fertigungstechniken und Verarbeitungsmethoden im Bereich der technischen Textilien. Dazu gehören beispielsweise das Schneiden, Nähen, Schweißen und Verkleben von Materialien sowie die Anwendung computergesteuerter Maschinen und Anlagen.
Anwendungsbereiche
Technische Textilien finden in verschiedenen Anwendungsbereichen Verwendung, darunter Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Sport- und Freizeitbekleidung sowie Bau- und Umwelttechnik. Du erhältst Einblicke in die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Produkte und lernst, kundenspezifische Lösungen zu entwickeln.
Qualitätsmanagement und Normen
Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Qualitätsmanagement und die Einhaltung von Normen und Standards in der Herstellung technischer Textilien. Du lernst, Qualitätskontrollen durchzuführen, Materialprüfungen vorzunehmen und sicherzustellen, dass die Produkte den erforderlichen Anforderungen entsprechen.
Nachhaltigkeit und Umweltschutz
Im Zuge der Ausbildung wirst du auch für Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz sensibilisiert. Du erfährst, wie ressourcenschonende Materialien und Produktionsverfahren eingesetzt werden können, um die Umweltbelastung zu reduzieren und nachhaltige Produkte herzustellen.
Kreativität und Design
Als Technischer Konfektionär hast du die Möglichkeit, deine kreativen Fähigkeiten einzubringen und individuelle Designs zu entwickeln. Du arbeitest eng mit Kunden und Designern zusammen, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwerfen und umzusetzen.
Mögliche Digitalisierungen als Technischer Konfektionär
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3D-Laserscanning
Modelle mithilfe eines 3D-Scanners einscannen, um die erfassten Daten in CAD-Programmen weiterverarbeiten zu können.
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Speicherprogrammierbare Steuerung
Programmierung von Zuschneide- und Schweißmaschinen.
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3D-Druck
Mit einem 3-D-Drucker kleine Funktionen wie Ösen herstellen.